Die drei ????- Das verfluchte Schloss (Hörspiel zum Film)
  Produktion: Europa 2009
  Regie: Ulf Blanck
  Bearbeitung: Ulf Blanck
  Länge: 79 Min.
  Cover

Mitwirkende:

Erzähler: Johannes Steck
Justus Jonas: Jannik Schümann
Peter Shaw: Joshi Grimm
Bob Andrews: David Wittmann
Catherine Jonas: Julia Bremermann
Julius Jonas: Axel Milberg
Tante Mathilda: Sabine Arnold
Onkel Titus: Pierre Peter-Arnolds
Morton: Andreas von der Meden
Sheriff Hansen: Erich Räuker
Caroline Hansen: Anna Gerber
Victor Hugenay: Bodo Wolf

Inhalt:

Alles beginnt mit einer rätselhaften Videobotschaft. Stammt sie wirklich von Justus' Eltern? Was bedeuten die geheimnisvollen Hinweise? Die Spur führt zu einem unheimlichen Schloss mitten im Wald. Doch es scheint ein Fluch auf dem gruseligen Gebäude zu liegen. Was verbirgt sich hinter den alten Mauern? Und was weiß das Mädchen, das sich Kleopatra nennt? Eins ist sicher: Justus, Peter und Bob sind nicht die einzigen lebendigen Wesen in dem Spukschloss. Ein Fall ganz nach dem Geschmack der drei ???: Unheimlich, gefährlich und kaum lösbar.
Bemerkungen:





 
Nachdem dies ja bereits der zweite Film gleicher Machart ist, bräuchte man ja eigentlich gar nicht groß auf die Frage, inwieweit der Film bzw. das Hörspiel dazu, noch mit den ursprünglichen "Drei Fragezeichen" noch zu tun hat. Die Frage würde ich beantworten mit: Wenig, aber dadurch noch viel zu viel.

Tatsächlich ist, dafür dass hier das Buch "Gespensterschloss" als Vorlage diente, nur wenig davon tatsächlich im Film zu erkennen. Es gibt nur kurze Anlehnungen, wie zum Beispiel die Erklärung, wie Morton zun den Protagonisten findet. Gerade dabei ändert man dann aber willkürlich und ohne Not Details ab, was eingefleischte Fans sicherlich als Frevel sehen würden.
Es gibt allerdings auch Dinge, die noch deutlich mehr stören. Hier sind das insbesondere Justus' Eltern, die hier plötzlich eine Vita und Gesicht erhalten. Darauf hätten wohl die meisten Fans auch sicherlich verzichten sollen.

Insgesamt hätte ich, wenn man sich schon weitestgehend von der Vorlage entfernt auch für eine komplette Loslösung und einen ähnlichen Weg, wie ihn die "Drei Fragezeichen kids" gehen, plädiert. Dieser halbgare Mischmasch überzeugt mich jedenfalls nicht.

Losgelöst davon ist der eigentliche Plot gar nicht so übel. Die Geschichte ist spannend erzählt, beeinhaltet viel Witziges. Langeweile kommt hier zumindest nicht auf. Bei der Hörspielumsetzung verliert das Stück allerdings ein bisschen, was daran liegt, dass man ja nicht speziell auf eine Audioversion hin produziert hat und insofern viele visuelle Aspekte keine adäquate Einbindung finden. Diese Scharte kann auch Erzähler Johannes Steck nur bedingt auswetzen.

Dieser machartbedingte Makel setzt sich natürlich auch bei den Sprechern durch. Da man nur die Tonspur des Filmes zu Gehör bringt, agieren die Schauspieler zwar recht gut zur visuellen Darstellung, machen dabei aber Emotionen weniger in ihrer Stimme deutlich, als es vermutlich beim reinen Hörspiel der Fall gewesen wäre.

Für den Sound gilt Gleiches. Zwar ist bei der Musik alles in bester Ordnung, aber bei der Geräuschkulisse hakelt es mitunter. Hier funktioniert vieles nur, weil Johannes Steck erzählt, was passiert. Insofern darf man hier nicht die üblichen Hörspielmaßstäbe ansetzen.

Wie bei so vielen O-Ton-Hörspielen, stellt sich auch hier die Frage, braucht die Welt diese Produktion? Vom reinen Hörspielaspekt hätte man es noch durchwinken können, es funktioniert ja zumindest halbwegs in diesem Format. Wer die Produktion unter dem Aspekt kaufen möchte, dass da "Die drei Fragezeichen" auf dem Cover steht, sollte lieber die Finger davon lassen. Nur diejenigen, die lieber daheim hören, anstatt ins Kino zu rennen, die sich von einem soliden Abenteuer unterhalten lassen wollen und außerdem den Serienkosmos der "Drei Fragezeichen" nicht als Heiligtum ansehen, die dürfen gerne ein Ohr riskieren.

 

 

meine Wertung: + / -

 


 

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