Alice - Neues aus dem Wunderland


Alice - Neues aus dem Wunderland (1) Das Wunderland in Gefahr

Buch: Ulrike Rylance
Lektorat: Michael Eickhorst
Regie, Bearbeitung: Dennis Rohling
Michael Eickhorst
Musik : Dennis Rohling
Hörplanet 2010
62 Min.


Erzähler: Ernst Meincke
Alice: Rike Götting
Baum : Dennis Rohling
Emma: Enie v. d. Meiklokjes
Herzkönig: Otto Mellies
Herzkönigin : Christel Merian
Kaninchen: Bodo Wolf
Kürbis: Tom Deininger
Schnecke: Joseline Gassen
Stein: Michael Eickhorst
Tanzhuhn: Marianne Groß
Twedeldei: Helmut Krauss


Als Alice mit ihrer nervigen Cousine Emma im Garten spielt, vernimmt sie plötzlich ein leises Rufen. Es ist das weiße Kaninchen - und es braucht ihre Hilfe! Einmal mehr folgt Alice dem Kaninchen ins Wunderland. Dort gehen merkwürdige Dinge vor sich: Nach und nach verschwinden seine Bewohner und tauchen nicht wieder auf! Zuerst der Hutmacher, dann die Grinsekatze und schließlich der eingebildete Kürbis. Als sich auch noch das Kaninchen in Luft auflöst, spitzt sich die Lage zu. Wird Alice herausfinden, was hinter den seltsamen Geschehnissen steckt? Und wird sie die Bewohner des Wunderlands rechtzeitig wiederfinden?


Bemerkungen:

Neben seinem soliden "Bedfort-Standbein" versucht der Hörplanet es ja immer wieder mal mit neuen, zum Teil ungewöhnlichen Projekten. Diesmal wendet man sich einem bekannten Stoff zu und erzählt Lewis Carrolls Geschichte von Alice im Wunderland einfach weiter. Autorin Ulrike Rylance nutzt dabei bereits bekannte Figuren, fügt neue hinzu und erzählt damit ein unterhaltsames Abenteuer, das den Stil des Originals gut aufnimmt, aber auch - wie der Titel verspricht - etwas Neues zu erzählen hat.

Die Geschichte um das Verschwinden der einzelnen Wunderland-Bewohner ist zwar über die Laufzeit gut erzählt und mit vielen interessanten (und auch sehr zum Teil sehr lustigen) Details gespickt, allerdings hätte das Finale für meinen Geschmack etwas mehr Substanz haben dürfen. Es ist im Verhältnis zum guten Weg bis dahin, doch eher etwas zu einfach ausgefallen.

Die Sprecher der Wunderland-Bewohner rekrutieren sich aus namhaften Schauspielern, denen es durch die Bank gelingt, die fantasievollen Figuren mit zum Teil sehr extravaganten - aber sehr stimmigen und konsequenten - Leistungen darzustellen. Eines der Highlights ist hier Tom Deininger, der die Rolle des "Kürbis" sehr originell auszufüllen weiß.
In dem Konzert der großen und guten Stimmen fällt die Leistung von Rike Götting, die der Hauptfigur Alice ihre Stimme leiht, leider etwas aus dem Rahmen. Es klingt sehr unfrei, teils sogar abgelesen; sie findet kaum ins Dialogspiel hinein. In einer Nebenrolle wäre das vielleicht verkraftbar, als Hauptfigur schmälert es den ansonsten sehr guten Eindruck des Hörspiels doch beträchtlich.

Bei der akustischen Ausgestaltung des Hörspiels trägt man der phantasievollen Geschichte deutlich Rechnung und sorgt insbesondere im musikalischen Bereich für eine sehr aufwendige Kulisse. Schöne Arrangements sorgen hier für stimmige Atmosphären, die die einzelnen Szenen auch in ihrer Vielfalt gut untermalen. Meines Erachtens handelt es sich hier um die diesbezüglich beste Arbeit des Hörplaneten bislang.


Obwohl ich kein wirklich Fan der Geschichten von Carroll bin und ich auch dem Konzept der Weiterführung sehr skeptisch gegenüber stand, muss ich zugeben, dass mich diese Geschichte sowohl inhaltlich, als auch mit großen Teilen der Inszenierung, wirklich gut unterhalten hat. Leider, leider, leider trübt die Besetzung der Hauptrolle den Hörgenuss sehr stark. In dieser sehr stimmigen Inszenierung fällt die Leistung Rike Göttings einfach zu sehr aus dem Rahmen und sorgt dafür, dass ich dieser - ansonsten sehr hörenswerten - Produktion nur eine bedingte Empfehlung aussprechen kann.


Meine Wertung: + +

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