2009
  Autor: Tom Peuckert
  Produktion: WDR 2007
  Regie: Leonhard Koppelmann
Musik: Hendrik Meyer
  Länge: 59 Min.

Mitwirkende:

Markus Scheumann, Bettina Engelhardt, Maximilian von Pufendorf und Walter Renneisen

Inhalt:

Schauen wir einmal in die Zukunft. Stellen wir uns vor, im Jahr 2009 wäre unsere Gesellschaft endlich wieder soweit, die Folter für legitim zu erklären. Stellen wir uns vor, der innere und äußere Druck auf die Mediendemokratie hätte sich so weit verschärft, dass – leider, leider – auf dieses Mittel zur Bewältigung gesellschaftlicher Konflikte zurückgegriffen werden musste. Wie würde das dann konkret aussehen? In einer modellhaften Anordnung zeigt „2009“ das Szenario einer politischen Krise. Vordergründig geht es um die Frage nach der Legitimität von Folter. Im Kern zielt das Hörspiel aber auf eine Demokratie, der die politisch mündigen Subjekte abhanden gekommen sind – und die deshalb keine Demokratie mehr ist, sondern irgendetwas anderes. 

Bemerkungen:

In "2009" greift Tom Peuckert die Folterdiskussion, die rund um den Fall "von Metzler" aufkam, auf und verarbeitet diese in diesem Hörspiel. Dabei nutzt er die Grundaspekte des Falles und setzt fiktive Elemente, die allerdings das Thema nicht verfremden, ein.
So entsteht ein Hörspiel, dass in die Nähe eines fiktiven Features mit realem Hintergrund rückt.
Die Erzählweise ist leider etwas spröde geraten, es hat fast den Anschein, als wollte man das ernsthafte Thema nicht durch zuviel Hör"spiel" herabsetzen. Dadurch leidet - gerade zum Einstieg - die Hörbarkeit ein wenig. Demgegenüber steht allerdings auch der Vorteil, dass man diverse Aspekte schon aufgrund des realen Falles schneller nachvollziehen kann.

Ebenso kommt das kleine, aber feine Ensemble, der Hörbarkeit zu Gute. Obwohl hier wenig "Spiel" möglich ist, schaffen es doch alle Beteiligten, ihren Charakteren Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Ein Hörspiel, dass zum Nachdenken, nicht nur über das Thema "Folter" an sich, anregt und das man, sofern man sich von der etwas spröden Darstellung nicht stören lässt, sich durchaus anhören sollte.
   
Meine Wertung: + + +