| 51° West Von Bodo Traber und Tilman Zens Regie: Petra Feldhoff Musik: Steffen M. Kaltschmid WDR 2007 44 Min. ![]() Mit: Johan: Fabian Gerhardt Robert: Robert Gallinowski Susan: Cathlen Gawlich Franka: Sigrid Burkholder Marc: Denis Moschitto Kevin: Florian Lukas Coast Guard 1: Thomas Clemens Coast Guard 2: Bernd Reheuser Dufour: Heinrich Giskes ![]() v.l.n.r. Sigrid Burkholder, Cathlen Gawlich, Denis Moschitto, Fabian Gerhardt, Robert Gallinowski und Florian Lukas; Bild: WDR/Sibylle Anneck In der Nacht zum 19. November wird eine treibende Hochseeyacht von einem Fischerboot vor der Küste von Martinique gefunden. Es ist die "Persephone", die drei Wochen zuvor mit sechs Personen an Bord von Gran Canaria auslief. Nun sind nur noch zwei auf dem Schiff. Das polizeiliche Verhör bringt grauenhafte Ereignisse zu Tage. Als Freunde sind sie alle aufgebrochen, um die Welt zu umsegeln. Aber bald kommt es zwischen dem Bootseigner Johan und dem erfahrenen Segler Robert zu einem Machtkampf, der auch unter der restlichen Besatzung Feindseligkeiten aufbrechen lässt.Als sich Johan den Fuß bricht, übernimmt Robert mit unerbittlicher Härte das Kommando. Eifersucht, Neid und Rachegelüste lassen bald alle Schranken fallen. Der Kampf um die Kontrolle des Bootes wird zum Kampf ums nackte Überleben, bei dem sich eine Gruppe zivilisierter Menschen in Bestien verwandelt. Bodo Traber ist Synchron-, Bühnen- und Drehbuchautor. Hörspiele u.a.: "Das Kreuz am Erlenberg" (WDR 2004), "Ghost Writer" (WDR 2006). Tilman Zens ist Absolvent der Filmhochschule Ludwigsburg und Filmregisseur. Bemerkungen: "51° West" ist das erste gemeinsame Hörspielprojekt von Bodo Traber und Tilmann Zens. Im Hörspielbereich kannte man bislang nur einen von ihnen, Bodo Traber, dessen Hörspiele ja eher ein im Radio seltenes Themengebiet beackern, das des Gruselthrillers. Auch "51° West" geht in diese Richtung und erzählt - erschreckend drastisch - die Geschichte von sechs Menschen, die gemeinsam auf Weltumsegelung gehen wollen. Sehr schnell kippt allerdings die Stimmung ins Extreme und Hass und Gewalt übernehmen das Ruder. Selbst die rückblickende Erzählweise, die ja verrät, wie die Geschichte ungefähr ausgeht, kann die Spannung nicht mindern. Insbesondere deshalb nicht, weil das enge Skript den Hörern kaum eine Chance zum Durchatmen lässt. Die wenigen Handlungspausen, die man durch den Wechsel in die Verhörszene, gönnt, reichen dafür kaum aus, zumal in ihnen die Schrecken weitergeschildert werden. Dass der Geschichte auch noch eine wahre Begebenheit zu Grunde liegt, erhöht nochmals zusätzlich den Pulsschlag. Das perfekte Funktionieren der Geschichte liegt an dem sehr gut strukturiertem Skript, der gut gesetzten Schockelemente und nicht zuletzt am glänzend agierenden Ensemble. Dass, was die Sprecher der sechs Menschen an Bord hier an Emotionalität in die Figuren legen, ist beeindruckend. Natürlich prägt Robert Gallinowski die Szenerie am deutlichsten. Sehr eindrucksvoll aber auch die beiden Sprecherinnen, Cathleen Gawlich, die diese Rolle fast zu leben scheint und Sigrid Burkholder, die in der Rolle der Opportunistin sehr glaubhaft agiert. Die Ensembleleistung der sechs Sprecher gehört zu den besten, die mir bisher im Hörspiel begegnet sind. Nichts für Zartbesaitete - aber alle anderen sollten sich diese Dreiviertelstunde Hochspannung nicht entgehen lassen! |
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| Meine Wertung: + + + + + | ||