| 75 Meilen Grenze |
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Autor: |
Charlotte Knothe |
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Produktion: |
WDR 2008 |
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Regie: |
Charlotte Knothe |
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Musik: |
Viktor Marek |
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Länge: |
51 Min. |
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Mitwirkende: |
Paul: Milan Pesl |
Inhalt: |
Wo ist dieser Typ hin? Alessandro, einfach verschwunden. Aber es kann nicht
sein, dass er in der Wüste verreckt ist wie all die anderen, die mit zwei
Flaschen Wasser loslaufen und glauben, so die Sonne zu besiegen! Alles Trottel.
Wie könnten sie sonst so naiv hinter diesen miesen Schleppern herlaufen, den
Coyoten, die sie illegal durch die Wüste in die USA bringen, in das Land ihrer
Träume? Es ist ein absoluter Albtraum - das wird Paul aus Berlin bei seiner
Suche nach dem Freund schnell klar. Hier in Altar, einem verstaubten
mexikanischen Grenzort, würde sogar der Pastor den Migranten gerne Waffen geben:
Gegen die Schlangen, Räuber, Vergewaltiger, die schon in der Wüste warten. Auch
die "Minutemen" muss man sich vom Leib halten, die schmierigen Cowboys, die
jenseits der Grenze mit Nachtsichtgeräten auf "Beute" lauern. Und dann taucht
dieser schwarze, bewaffnete Typ zwischen den riesigen Kakteen auf: Ed Keeylocko,
ein selbst ernannter Priester mit Cowboyhut. Sein "Blue Dog Saloon" steht mitten
im Niemandsland. Wer hierher findet, ist der Hölle erstmal entkommen. Am Tresen
schlürfen Migranten mit verbrannten Gesichtern und aufgeplatzten Lippen ihre
Coke. Hat dieser Ed vielleicht Alessandro gesehen?
Dem Hörspiel liegen
Interviews und O-Töne zugrunde, die die Autorin an der mexikanischen Grenze mit
Rettern, Jägern und Gejagten aufgenommen hat.
Charlotte Knothe studierte
an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Als Radiojournalistin arbeitet
sie vorwiegend im Ausland. Letzte Stationen waren Rumänien und das Grenzgebiet
in Arizona zwischen USA und Mexiko. Zurzeit arbeitet sie in Argentinien an einem
neuen Hörspiel. |
Bemerkungen: |
Die Geschichte der Suche nach dem Mexikaner Alessandro wird durch die
Aufzeichnung seines Freundes Paul zu einer sehr erschreckenden, aber gleichwohl
interessanten Darstellung, was sich so alles im Namen der freien und
demokratischen Vereinigten Staaten an der Grenze zu Mexico abspielt. Unter dem
Deckmantel der Grenzsicherung, agiert hier nicht nur der Staat mit sehr dubiosen
Methoden, auch private Bürger machen sich die Jagd auf illegale Einwanderer zum
Hobby. "75 Meilen Grenze" schildert die Vorgänge sehr eindrücklich - die
Geschichte wird niemanden kalt lassen.
Die O-Töne werden durch
Erzähltexte der Figur "Paul" ergänzt. Milan Pesl verleiht der Figur eine sehr
glaubhafte Naivität und trägt so erheblich zum Funktionieren des Hörspiels
bei.
Die Musik von Viktor Marek ist hier ein Hauptpunkt der Geschichte.
Einzelne O-Töne werden gesampelt und mit ansprechenden Beats unterlegt - So
vertiefen sich diese Passagen, ohne dass es zu aufgesetzt wirkt.
"75
Meilen Grenze" ist eine richtig gute Soundstory, der man gerne Gehör schenken
darf. Sie funktioniert, auch wenn das gewohnte Hörspielbild hier nicht geboten
wird, und bleibt im Ohr und im Gedächtnis. |
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