Moi

von Heiko Michael Hartmann
Regie: Oliver Sturm
SWR 1998
54 Min.


Mit:
Openkör: Hans Peter Hallwachs
Traumfrau / Studentin: Verena von Behr
Traumstimme / 1. Student: Matthias Haase
Fernsehmoderatorin / Sprechstundenhilfe: Ellen Schulz
Arzt / Fernsehstimme 3: Walter Renneisen
Frau Dupek: Christine Sailer
Ihr Sohn: Martin May
Nachtschwester: Marion Plieth
Professor: Gerlach Fiedler
Sozialtherapeut / Herr Dupek: Christian Koerner
Assistentin: Christiane Bachschmidt
Tschooi / Fernsehstimme 4: Gerd Andresen
2. Student: Markus Hoffmann
Fernsehstimme 1: Andreas Szerda
Pfleger: Oliver Sturm

Bild: SWR/Monika Maier
v.li.n.re.: Walter Renneisen, Ellen Schulz, Hans Peter Hallwachs; Bild: SWR/Monika Maier


Patient Openkör hat sich an dem neuen 50-Euro-Schein mit „Moi“ infiziert. Bei „Moi“ verstopfen die befallenen Zellen und blähen sich auf. Die Medizin weiß kein anderes Mittel, als die Körperteile nach und nach abzuschneiden. Als ob das nicht schon Leiden genug wäre, fühlt sich Openkör, ein trauriger Denker, obendrein seiner Umgebung völlig ausgeliefert. Grausame Nachtschwestern und sadistische Ärzte sind nur die kleineren Übel gegen die eigentliche Folter: den Fernsehwahnsinn seiner Mitpatienten. Openkör flüchtet sich in Tagträume und er merkt, wie seine Welt allmählich auf reine Gedankentätigkeit schrumpft. Von seinem Körper ist fast nichts mehr übrig. „Mein Ich ist unverwüstlich!“, stellt er fest.

Heiko Michael Hartmann, 1957 geboren in Miltenberg, studierte Rechtswissenschaft und Philosophie. Er ist Verwaltungsjurist und lebt in Berlin. Er hat mehrere Romane veröffentlicht. „Moi“ wurde mit dem Kurd-Laßwitz-Preis als das beste Science-Fiction-Hörspiel des Jahres 1998 ausgezeichnet.


Bemerkungen:

Diesem Hörspiel liegt eine sehr originille Idee zu Grunde, die angreichert mit philosophischen Betrachtungen zu einem guten und unterhaltsamen Hörspiel heranreift. Daneben gönnt man dem Hörer einige kleine - mal lustige, mal tragische - Highlights, die die  Handlung immer wieder aufpeppen und dafür sorgen, dass leicht zähe Abläufe auch wieder unterbrochen werden.

Die Geschichte ist gut, die Besetzung ist besser. Insbesondere Hans Peter Hallwachs sorgt als MOI-Patient Openkör mit seinen Betrachtungen für eine glaubhafte Verkörperung dieser Figur. Ebenfalls sehr hörenswert: Gerlach Fiedler, der seiner Rolle als Professor die nötige Unverblümtheit schon mit der Stimmfarbe mitgibt. Das Ensemble kann sich insgesamt hören lassen, selbst die Mehrfachbesetzungen fallen hier kaum auf.


Ein gutes Hörspiel, das insbesondere wegen der guten Grundidee  und der tollen Sprecherleistung zu gefallen weiß. Auch wenn die Handlung hier und da mal ein wenig ins Plätschern gerät, reicht es knapp, aber immerhin, für eine richtig gute Wertung.


Meine Wertung: + + + +


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