Abendstunde im Spätherbst
  Autor: Friedrich Dürrenmatt
  Produktion: Rundfunk der DDR 1969
Regie: Werner Grunow
  Länge: 45 Min.

Mitwirkende:

Autor: Wolf Kaiser
Besucher: Martin Flörchinger
Sekretär: Fritz Decho
Hoteldirektor: Harald Grünert

Inhalt:

Maximilian Friedrich Korbes, weltberühmt als Verfasser sublimer Kriminalromane, in denen der Täter am Ende stets unerkannt entkommt, logiert im Grand-Hotel und hat unerwarteten Besuch. Ein alter Mann, der pensionierte Buchhalter Fürchtegott Hofer, ist ihm über viele Stationen bis hierher gefolgt und offenbart ihm jetzt, das Geheimnis seiner außerordentlichen Erfolge entschlüsselt zu haben.

Das Ergebnis der langjährigen literarisch-detektivischen Arbeit ist die Schlussfolgerung, dass die Morde in Korbes Romanen nicht erfundenen sein können - der zwanzigfache Mörder sei der Autor selbst. Korbes ist verblüfft über Hofers Naivität und hat kurze Zeit darauf den Stoff für ein neues Hörspiel.


Friedrich Dürrenmatt, am 5. Januar 1921 geboren, Schweizer Dramatiker, Erzähler, Essayist, Drehbuch- und Hörspielautor, erlangte Weltruhm vor allem mit seinen Theaterstücken (u.a. „Der Besuch der alten Dame“, 1956; „Die Physiker“, 1962). Für das Hörspiel „Die Panne“ erhielt er 1956 den „Hörspielpreis der Kriegsblinden“, für „Abendstunde im Spätherbst“ den Prix Italia 1958. 1990 starb Friedrich Dürrenmatt.


Bemerkungen:

Ohne Frage gehört die Geschichte "Abendstunde im Spätherbst" zu den Klassikern des Krimigenres und ist allein aufgrund seines originellen und hintersinningen Plots ein Ohr wert. Gleich dreimal wurde dieses Hörspiel vertont, leider kann die hier vorliegende Fassung des Rundfunks der DDR nicht so ganz mit der Konkurrenz mithalten.

Hier verdirbt dem Hörerdie Umsetzung ein wenig die Laune. Gerade die bewusste Dialektfärbung der Protagonisten stört hier den Hörgenuss schon erheblich. Insgesamt ist auch das Spiel von Wolf Kaiser und Martin Flöchinger zu zaghaft und zu leidenschaftslos, um richtig zu überzeugen.

Dass man hier nicht die inhaltliche Qualität voll ausspielen kann, liegt auch an der sehr gekürzten Darstellung. In zu schnellen 45 Minuten kann man zwar die Geschichte erzählen, es lässt aber kaum Raum für die kleinen Feinheiten in der Darstellung.


Eine erstklassige Gesichte in einer eher drittklassigen Umsetzung. 
Meine Wertung: +
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