Alice im Wunderland
nach Lewis Carroll

Bearbeitung: Kurt Kusenberg
Regie: Marcel Wall-Ophüls
Musik: Peter Zwetkoff
SWF / BR 1958
53 Min.




Alice: Karen Wellmann
Erzähler: Hans Söhnker
Herzkönigin: Edith Heerdegen
Raupe: Charles Regnier
Hutmacher: Hans Mahnke
Kaninchen: Hans Timerding
Maus: Steffy Helmar
Lakai: Paul Dättel
Herzogin: Martina Otto
Köchin: Else Reval
Lachkatze: Hannes Tannert
Märzhase: Hermann Pfeiffer
Murmeltier: Kurt Ebbinghaus
Herzkönig: Ernst Sladeck
Herzbube: Peter van Hamme
Herz Zwei: Alf Reigl
Herz Fünf: Friedrich von Bülow
Herz Sieben: Robert Rathke
Scharfrichter: Walter Starz


Alice ist ein aufgewecktes, neugieriges kleines Mädchen mit einer gehörigen Portion kindlicher Logik und Selbstbewusstsein. Im Wunderland aber, das Lewis Caroll für sie ausbreitet, steht alle Logik Kopf. Die rätselhaftesten Wesen existieren dort, und sie führen sehr verwirrende Reden und verhalten sich ziemlich unsinnig. Aber Alice lässt sich durch nichts ins Bockshorn jagen, auch wenn sie zum Zwerg zusammenschrumpft oder als Riesin alle überragt. Sie will alles verstehen, aber je mehr sie es versucht, je heftiger sie mit den Wunderwesen, die ihr dort begegnen, argumentiert, um so verwirrender erscheint ihr diese Welt. Sie unterbricht die Gespräche mit den Fabelwesen durch neugierige Fragen oder Zurechtweisungen, mit denen sie aber nie wirklich durchdringt. Und so lernt sie es zusehends, sich nicht von unlogischen oder gar anmaßenden Behauptungen dieser Geschöpfe imponieren zu lassen und im Gefühl ihrer Überlegenheit ihren eigenen Standpunkt zu verteidigen.

Lewis Carroll erzählt die skurrile Geschichte von Alice im Wunderland mit vielen hintersinnigen Wortspielen und einer ausufernden, vertrackten Phantasie. Er zeigt, wie rätselhaft die Welt der Erwachsenen für Kinder erscheint, und wie sie sich gegen alle Überheblichkeiten behaupten können.


 

Bemerkungen:

Mit "Alice im Wunderland" legt der DAV einen der bekanntesten Hörspielkinderklassiker nochmals neu auf. Der Produktion des SWF (heute SWR) aus dem Jahr 1958 hört man deutlich an, dass hier seit der Erstellung schon einige Jahre ins Land gegangen sind. Man versucht hier mit den damals gängigen technischen Möglichkeiten die Phantasiewelt des "Wunderlandes" auch deutlich hörbar zu machen. Dazu nutzt man einige antiquierte Effekte, die heute eher befremdlich, denn atmosphärisch wirken. Daher wird man wohl mit der Produktion auch eher das historische Interesse an der Umsetzung befriedigen können, als der eigentliche Zielgruppe die zeitlose Geschichte angemessen zu erzählen.

Das Hörspiel wird von einem weitestgehend  sehr gut agierenden Ensemble getragen. Allerdings lässt man, um die Phantasiegestalten mit richtig viel Leben zu füllen, diese doch auch ziemlich übertrieben darstellen. Das macht die einzelnen Figuren auf der einen Seite gut vorstellbar und unterscheidbar, wirkt aber auch leicht ein wenig albern.

"Alice im Wunderland" ist natürlich auf der einen Seite eine sehr empfehlenswerte und phantasievolle Geschichte. Allerdings ist es in dieser etwas antiquirten Umsetzung doch eher mehr ein Fall für die Nostalgiker, denn die eigentliche Zielgruppe.


Meine Wertung: + +
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