alles, aber anders
12 Miniaturen über Eva Hesse

von Ulrike Haage

Komposition und Realisation: Ulrike Haage
BR 2009
54 Min.



Mit Anna Lena Zühlke, Cristin König, Ingo Hülsmann und Myra Davies


„Vielleicht stellen Worte die beste Möglichkeit zu kommunizieren dar. Ich habe mehr Praxis im Visuellen. Aber ich würde das alles gerne mit Worten erreichen“ schrieb Eva Hesse in eines ihrer Tagebücher. Tatsächlich zählt sie heute zu den wichtigsten bildenden Künstlerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts. Ihr künstlerischer Ansatz: „Nicht-Kunst, nicht assoziativ, nicht anthropomorph, nicht geometrisch, nicht Nichts. Alles, aber anders, als Vision von einem ganz anderen Referenzpunkt.“ Geboren 1936 in Hamburg, gestorben 1970 in New York: ihr kurzes, intensives Leben ist von traumatischen Erlebnissen geprägt: Im Alter von zwei Jahren wird sie mit ihrer Schwester in Hamburg von den Eltern getrennt, die Emigration der jüdischen Familie gelingt nur, da die Eltern die Töchter alleine vorschicken. Wieder vereint in New York kommt die Mutter mit der neuen Lebenssituation im fremden Land nicht klar und springt von einem Hochhaus als Eva zehn Jahre alt ist. Eva Hesses Verhältnis zum Schreiben ist trotz ihrer Selbstzweifel ausgeprägt vorhanden. Es erscheint in Form von Notizen, Listen, Stichwortsammlungen, Aufzählungen und nicht zuletzt in Form von Titeln, die sie ihren Werken gibt. Textgrundlage des Hörspiels bildet eine Auswahl unkommentierter Zitate aus ihren Aufzeichnungen und Interviews.

 
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