Alptraumstadt
  Autor: Dashiell Hammett
  Produktion: SDR 1995
  Regie: Hartmut Kirste
  Bearbeitung: Klaus Schmitz
  Länge: 47 Min.

Mitwirkende:

Thomas Piper, Katharina Palm, Christian Berkel, Michael Habeck u.a.

Inhalt:

Es ist die Zeit der Prohibition. In einer Kleinstadt irgendwo im amerikanischen Westen braust ein Wagen über die Main Street. Der Fahrer, ein gewisser Steve Freefall, ist ziemlich betrunken. Nova Vallance, die gerade über die Straße stöckelt, kann noch weg springen. Dann kracht das Auto gegen eine Mauer. Freefall landet im Knast und muss eine hohe Geldbuße berappen. Grund genug, in der Stadt zu bleiben, bis telegrafisch Geld angewiesen ist. Freefall hat nicht einmal Zeit sich richtig umzuschauen, da gerät er schon in eine Keilerei, in der ein Passant sein Leben lässt. Er muss erneut unfreundliche Fragen eines unfreundlichen Marshalls beantworten. Kaum hat er das hinter sich, taucht Nova Vallance wieder auf: Sie hat Angst um ihr Leben. Die Bedrohung geht irgendwie von der gesamten Stadt aus.

Dashiell Hammett (1894-1961) gehört zusammen mit Raymond Chandler zu den geistigen Vätern des „hard-boiled“, des realistischen, härteren Krimis amerikanischer Art. Eine seiner berühmtesten Figuren ist Sam Spade ­ nicht zuletzt durch die Verfilmung des Romans „Der Malteser Falke“ mit Humphrey Bogart.
In der Zeit der McCarthy-Ära wurde Dashiell Hammett vom Ausschuss für „unamerikanische Aktivitäten“ verfolgt, musste 1951 für fünf Monate ins Gefängnis.

Bemerkungen:

Zugegeben, ein Freund der Geschichten von Hammett bin ich noch nie gewesen. Bislang konnte mich noch keine seiner Stories auch nur annähernd überzeugen und diese Serie wird auch hier fortgesetzt. Allerdings muss ich zugeben, dass Hammett hier schon ein wenig origineller erzählt, als man es sonst gewohnt ist. Zwar sind seine Figuren ähnlich, dafür hat die Geschichte eine etwas - wenn auch unglaubwürdige - Ausrichtung.

Deutlich besser als der Inhalt, ist die Umsetzung. Hier sind insbesondere die Sprecher ein Ohr wert. Zum einen gibt es hier eine sehr originelle Besetzung, die zum andren auch sehr gut agiert. Insbesondere Tommy Piper hat mir seine Figur nicht nur glaubhaft, sondern halbwegs sympathisch gemacht.

Wer's hard-boiled mag, der sollte hier mal ein Ohr riskieren, denn er bekommt in diesem Stil mal etwas anderes geboten.
meine Wertung: +
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