Als der Pott noch rauchte - Geschichten aus dem Ruhrgebiet


von Georg Wieghaus
Regie: Burkhard Ax
WDR 2008-2010


Die Jagd nach dem Schwarzen Gold

ca. 45 Min.

Horst Höfer hat noch mit Grubenpferden gearbeitet. Und Klaus Lohmann versorgte seinen Grundschullehrer mit Kohlen, die er in einem "Tagesbruch" gefunden hatte. Als die beiden Bergleute wurden, Ende der 40er- und Mitte der 50er-Jahre, war Bergmann einer der angesehensten Berufe. Horst Höfer bekam Geschenke, Speck und Bohnenkaffee. Klaus Lohmann konnte sich nach vier Jahren ein Auto leisten. Und auch Karrieren waren möglich: Lohmann wurde Steiger, später Oberbürgermeister von Witten. Höfer gehört heute ein kleines Bergbaumuseum.


Hier kommt keiner durch

35 Min

Vom Stahlwerk ist heute nichts mehr zu sehen. Wo früher die Öfen und die Konverter standen, wurden makellos sauber wirkende Hallen für Logistikunternehmen errichtet. Nur das Tor 1 steht noch, wo die Mahnwachen stattfanden.
Mit 18 Jahren ist Helmut Laakmann das erste Mal durch dieses Tor gegangen, um "Kruppianer" zu werden. Er begann als "Gießer" und war am Ende "Betriebsleiter". Vermutlich hätte er es bis zum Stahlwerksdirektor gebracht, wenn Krupp nicht geschlossen hätte. Ende 1987 aber wurde das Werk zugemacht, und es begann einer der härtesten Arbeitskämpfe in der Geschichte der Bundesrepublik. Helmut Laakmann spielte darin eine Hauptrolle, aber auch er konnte das Rad nicht zurückdrehen.


40 Jahre bei Opel

ca. 45 Min.

"Was wird aus Bochum?", fragt Helmut Peukert. Früher gab es die Zechen und Stahlwerke. Als es dann mit Kohle und Stahl zu Ende ging, wurde Anfang der 60er-Jahre das Opelwerk gebaut. Das waren 21 000 neue Arbeitsplätze. So wie Helmut Peukert fingen damals viele junge Leute bei Opel an. Man montierte den Kadett. "Eine goldene Zeit", sagt Helmut Peukert. Heute arbeiten noch 5 300 Menschen im Werk. Und keiner weiß genau, wie es weitergeht. "Wenn sie Opel dicht machen, seh' ich schwarz für Bochum." Helmut Peukert ist seit einiger Zeit Rentner. Aber er geht immer noch zu den Versammlungen der Gewerkschaft. 40 Jahre im selben Betrieb haben aus ihm einen "Opelaner" gemacht. Natürlich fährt er auch einen Opel. Er würde sich nie ein anderes Auto kaufen. Er erzählt, wie er mit der Familie zum ersten Mal im eigenen Auto in Urlaub fuhr. "Nach Dänemark." Helmut Peukert weiß viele Geschichten, Opel-Geschichten. 40 Jahre sind eine lange Zeit.


 
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