| Als Oma seltsam wurde Von Ulf Nilsson Aus dem Schwedischen von Ole Könnecke Bearbeitung: Judith Ruyters Regie: Annette Kurth WDR 2010 37 Min. ![]() Erzähler: Maximilian von Pufendorf Ulf: Benedict Schäfer Oma Nilsson: Regina Lemnitz sowie Sigrid Burkholder, Martin Bross, Ben Falkenroth, Thomas Lang, Ernst August Schepmann und die Katze Chilipepper |
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| Ein sechsjähriger
Junge erzählt von seiner Oma, die plötzlich anders ist als
sonst: „Wenn ich bei Oma war, las sie mir Geschichten vor, ich
spielte mit meinem selbst gebastelten Flitzebogen im Garten und
donnerstags, wenn das Bäckerauto kam, kauften wir Brot und Kekse.
So war es immer, bis Oma eines Tages seltsam wurde. Sie dachte, ich
wäre ihr Sohn und den Mann im Bäckerauto kannte sie
anscheinend auch nicht mehr. Jedenfalls scheuchte sie ihn schimpfend
davon, anstatt Brot zu kaufen. Und einen Keks extra für mich gab
es plötzlich auch nicht mehr. Sie fluchte über die ganze
Räuberbande, die es auf ihr Geld abgesehen hatte, und wir machten
uns auf den Weg in die Stadt und räumten ihr Konto leer. Als wir
zurückkamen, versteckte Oma das Geld überall im Haus. Dann
legte sie sich schlafen. Ich wünschte mir, dass Oma auf der Stelle
nicht mehr seltsam war, aber ich hatte nicht viel Zeit, darüber
nachzudenken, denn ich musste mir merken, wo die Verstecke waren und
aufpassen, dass kein Ganove kam. Als es schon dunkel wurde, bog ein
Auto in die Auffahrt und zwei Männer klopften an Omas Tür.
Ich sprang aus dem Versteck und zielte mit meinem Flitzebogen...“ Bemerkungen: Der Titel lässt vermuten, dass man hier versucht, das Thema "Altersdemenz" kindgerecht aufzuarbeiten. Stutzig wird man zunächst, wenn man das Tempo, in dem sich der Zustand der Oma hier verändert, betrachtet. Am Ende, wenn sich das Problem ebenso schnell wieder auflöst, wie es aufgetreten ist, wird klar, dass das zwar für das Happy End ganz nett, das Thema aber doch ein ganz anderes ist. Was bleibt, ist ein einfaches Kinderabenteuer, bei dem der Protagonist nicht immer vorbildlich handelt. Obwohl alles am Ende gut ausgeht, ist aber auch die ausbleibende Thematisierung des Fehlverhaltens ein kleiner Makel an diesem Hörspiel. Faktisch betrachtet ist "Als Oma seltsam wurde" eine nette und kurzweilige Geschichte; der Titel suggeriert aber eine pädagogische Werthaftigkeit, die tatsächlich nicht vorhanden ist. Unter dem Blickwinkel einer spielerischen Heranführung an das Thema "Demenz" ist es sogar kontraproduktiv. So bleibt der Eindruck etwas zwiespältig, woran auch die gelungene Inszenierung nur wenig ändern kann. "Als Oma seltsam wurde" - Ein Titel, der Erwartungen weckt, die die Geschichte nicht halten kann. Nur aufgrund der unterhaltsamen Erzählweise und der gelungenen Inszenierung, reicht es so gerade eben für eine positive Wertung. Meine Wertung: + |
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