Amaryllis
  Autor: Jan Decker
  Produktion: SWR 2009
Regie: Iris Drögekamp
  Länge: 54 Min.

Mitwirkende:

NN

Inhalt:

Berlin im Jahr 2020. Nach einem verheerenden Bombenanschlag am Potsdamer Platz sucht der Staat fieberhaft nach den Terroristen, die hinter dem Verbrechen stecken. Es muss eine Lücke im Überwachungsnetz gegeben haben, das sich inzwischen dicht um jeden Bürger legt. Die Sonderermittler geraten auf die Spur eines Jugendlichen, dessen letzte Wochen lückenlos dokumentiert sind, Nickname Amaryllis. Wer steckt hinter Amaryllis? Eine neue Terrorgruppe - oder die wahnhafte Angst des Staats um die innere Sicherheit?

Während offiziell weiter nach einem Jugendlichen gesucht wird, der unter dem Decknamen „Amaryllis“ hinter dem Bombenanschlag auf das Kontrollzentrum der Deutschen Bahn stehen soll, arbeitet der Agent Yuri Powalke hinter den Kulissen. Das Verhalten der Sonderermittlerin Renate Lohr, die den Fall übernommen hat, gibt ihm Rätsel auf, die weit in ihre gemeinsame Vergangenheit führen. Wie weit ist Renate Lohr persönlich in den Fall verstrickt? Und welche Identität besitzt Amaryllis eigentlich? Wenn die staatlichen Überwachungssysteme wirklich funktionieren, müsste es auf diese Fragen einfache Antworten geben.


Bemerkungen:

In "Amaryllis" erzählt Jan Decker eine Zukunfstvision, an der das Interesse insbesondere durch die Verwebungen mit dem gegenwärtigen Umgang mit staatlicher Überwachung nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, bedingt ist. Die Geschichte greift die aktuellen Fäden auf und spinnt sie weiter. Leider gelingt es nicht vollständig, das interessante Thema gut an den Hörer zu bringen, denn die Geschichte wird mit ein paar verwirrenden Elementen angereichert, die zwar den mysteriösen Aspekt gut unterstreicht, das Stück aber auch gleichsam etwas zu undurchschaubar macht.

Der Umsetzung schafft es ebenfalls nicht ganz, diese Strukturen zu ordnen. Man erkennt unterschiedliche Blickwinkel und Ebenen zwar hier und da gut, manche Elemente verlieren sich aber zu sehr.

Letztlich gelingt es leider nur bedingt, die Geschichte dem Hörer nahezubringen. Der Grundtenor wird zwar vermittelt, einige Details bleiben auf der Strecke, so dass sich der Eindruck einer völlig runden Geschichte hier nicht ergibt. Auch wenn das Finale noch den Groschen beim Hörer fallen lässt, bleiben einige Lücken.

Hier hätte man insgesamt etwas gefälliger erzählen dürfen, dann wäre eine deutlich bessere Wertung möglich gewesen.
Meine Wertung: +
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