Am einen Ende ein Feuer und am anderen Ende ein Narr
ein Hörspiel nach Texten von Kurt Vonnegut
  Autor: Martin Schütz und Markus Wolff
  Produktion: DRS 2007, Christoph Merian Verlag 2008
  Regie: Martin Schütz und Markus Wolff
  Musik: Martin Schütz
  Länge: 47 Min.


Mitwirkende:

Robert Hungerbühler, Julia Schmidt und Markus Wolf

Inhalt:

Ein Flug durch die umwerfend sarkastische, intelligente und unaufgeregte Gedankenwelt des Kurt Vonnegut. Ein waghalsiges Hör-Universum von mitreissender Dynamik und voller überraschender Wendungen. Scharfzüngig, mit verzweifeltem Witz, böse, aber auch oft sehr heiter wird hier nachgedacht über den Zustand unserer Zivilisation und über die großen Existenzfragen. Gedanken verbinden sich mit der sinnlichen Klangwelt, die Musik trägt die Sprache, Klänge spinnen Gedanken weiter, gebrochene Sprache erscheint plötzlich in Songform. Die Musikalität des Denkens wird hörbar gemacht in stoischer Lakonie, lebensfroh und fatalistisch.

Geplant war dieses Hörspielprojekt als Huldigung zum 85. Geburtstag von Kurt Vonnegut am 11. November 2007 und an sein letztes Buch A Man without a Country. Durch den Tod Vonneguts am vergangenen 11. April wurde Mann ohne Land, so der deutsche Titel, zu einem Abschiedsbuch, und das Hörspiel zu einem Nachruf auf eine einzigartige Gestalt nicht nur der amerikanischen Literatur


Kurt Vonnegut, geboren 1922 in Indianapolis, studierte zunächst Biochemie. Als Angehöriger der US-Army geriet er in Kriegsgefangenschaft und wurde 1945 Zeuge des Luftangriffs auf Dresden. Seit den 50er Jahren lebte er als freier Schriftsteller in New York und verfasste über hundert Kurzgeschichten und mehrere Romane. Kurt Vonnegut verstarb 2007.



Kurt Vonnegut ist ein Autor, der den schmalen Grad zwischen Anspruch und Humor trifft. Seine Texte sind grandios und insofern ist diese Hörfassung mit ihren kurzen Auszügen, eine recht gelungene Werkschau, die allerdings nur einen schmalen Einblick in sein Schaffen zulässt.

Dennoch hat mich die Umsetzung nicht von den Füßen gerissen. Denn man versucht den Texten eine Interpretation zu geben, die weit über die sprachliche Gestatlung hinaus geht. Mit Musik und szensicher Bearbeitung drückt man dem Ganzen einen eigenen Stempel auf, der zwar als Verbeugung vor dem Autoren verstanden werden kann, aber nicht zwingend muss.

Aber letztlich zählt der gute Wille und Tat, diesem großartigen Autoren im Höruniversum einen Platz zu verschaffen. Die Produktion kann Appetit auf mehr davon machen, allerdings muss sich der Hörer auf eine ungewöhnliche Darstellung einstellen.

 

meine Wertung: + +

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