Appetit auf Frühkirschen

Nach dem gleichnamigen Theaterstück von Agnieszka Osiecka

Aus dem Polnischen von Waldemar Hein

Bearbeitung: Werner Heinitz
Nachdichtung der Lieder: Sarah Kirsch
Musik: Tilo Müller-Medek
Regie: Albrecht Surkau
Rundfunk der DDR 1972


Mit: Sonja Kehler und Wolfgang Dehler


Warum müssen wir es mit Gewalt Herbst sein lassen? Vielleicht ist es erst Juli. Der Zug verlässt Warschau. Eine Frau und ein Mann sitzen allein im Abteil. Er spricht sie an, fragt sie aus. Sie antwortet zögerlich. Sie hat sich gerade scheiden lassen. Er ist ebenfalls geschieden. Es entspinnt sich eine Unterhaltung, die schnell zum Rollenspiel wird. Der Mann erzählt der Frau von seiner großen Liebe – und sie übernimmt immer wieder den Part dieser Liebe, spielt mit ihm Szenen aus seiner Vergangenheit. Sie selbst erzählt ihm von einem neuen Mann in ihrem Leben. Die Sehnsüchte der beiden finden ihren Ausdruck in Liedern (Text: Sarah Kirsch), die sie einzeln oder im Duett singen. Und über all diesem Erinnern schwebt die Frage: Ist ein Neuanfang möglich? Gibt es noch Frühkirschen? Oder ist der Altweibersommer schon zu weit fortgeschritten?

 
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