| Aus: Der Briefwechsel von Thomas Bernhard; Siegfried Unseld Regie: Götz Fritsch hr 2009 Mitwirkende: Peter Simonischek und Gerd Voss Der Autor steht höher als der Verlag; also hat der Verleger dem Autor zu dienen. Dieses Geschäftsprinzip des Suhrkamp-Verlags sollte dem Verleger Siegfried Unseld fast zum Verhängnis werden. Zumindest im Falle von Thomas Bernhard. Der österreichische Autor war 30 Jahre alt und erfolglos, als er, selbstbewusst vom eigenen schriftstellerischen Können überzeugt, 1961 den ersten Brief an Unseld schrieb: „Ich komme Ende November nach Frankfurt. Ich kenne Sie nicht, nur ein paar Leute, die Sie kennen. Aber ich gehe den Alleingang.“ Über 500 Briefe wechselten der Verleger und sein Autor bis unmittelbar vor dem Tod von Bernhard am 12. 02. 1989. Der Briefwechsel ist von einer ungeheuren Dramatik geprägt. Bernhard brauchte immer wieder dringend Geld und pochte auf seine Rechte. Unseld gab meistens nach und machte auf lange Sicht mit Bernhard Geschäfte. Bernhard lobte Unseld als größten Verleger des 20. Jahrhunderts und verfluchte ihn im nächsten Brief. „Welch Fülle an Spannungen, Konflikten, Machtspielen, Eitelkeiten und Liebesirritationen liegt palimpsestartig hinter den distanzierenden Buchstaben“ - schrieb der Regisseur Götz Fritsch an den Schauspieler Gert Voss, um ihn für die Rolle von Unseld zu gewinnen. Den Part von Bernhard spielt Peter Simonischek. Beide Burgschauspieler sind mit den Stücken von Bernhard engstens vertraut. Für Voss schrieb Thomas Bernhard eigens ein Stück. Und auch der Briefwechsel zwischen Siegfried Unseld und Thomas Bernhard hört sich an, als hätte ihn Bernhard für die Bühne geschrieben. Bernhard, Thomas, geb. 9. Februar 1931 im Kloster Heerlen bei Maastricht (Niederlande), 1955-57 studierte er Gesang, Dramaturgie und Schauspielkunst am Mozarteum Salzburg. 1963 erschien sein erster Roman "Frost", in dem er ein düsteres Bild der Lebensverhältnisse in der österreichischen Provinz entwarf. Ab 1965 lebte Bernhard hauptsächlich auf einem Bauernhof in Obernathal bei Ohlsdorf (Oberösterreich). Neben seiner tragikomischen Perspektive auf Krankheit und Schmerz, Leben und Tod steht die Kritik an Österreich auch in seinen nachfolgenden Arbeiten, wie etwa den autobiographischen Schriften sowie in Romanen, Erzählungen und Bühnenarbeiten, im Mittelpunkt. Thomas Bernhard stirbt am 12. Februar 1989 in Gmunden/Oberösterreich. |
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