| Bevor
alles weg ist |
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Autor: |
Martin Becker |
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Produktion: |
WDR 2008
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Regie: |
Thomas Wolfertz
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Musik: |
Haarmann |
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Länge: |
50 Min. |
Mitwirkende: |
Arndt Schwering-Sohnrey, Horst Sachtleben, Angelica Domröse,
Jürgen Schornagel
u.a.

Arndt Schwering-Sohnrey, Bild: SWR/WDR/Sibylle Anneck
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Inhalt: |
Ein Mann macht Inventur. Im Haus seiner Kindheit.
Er schreibt alles auf, was er sieht. Ganze Leben, vergessen als
Krankenhausbericht im Regal. Er erzählt, was er gefunden hat.
Und hat nur noch 55 Minuten Zeit. Dann kommen das Räumkommando
und die Bulldozer. Sieht man sich das Haus der Kindheit unter dem
Vergrößerungsglas an, wird alles plötzlich
fremd. Man geht durch die eigene Kindheit und findet lauter
Unbekanntes. Das wirft Fragen auf: Was ist das für ein Psalm,
der zerfleddert an der Wand hängt, und wer hat diesen Wikinger
aus Filz gekauft? Natürlich gibt es Leute, die Auskunft geben
können über die Fundstücke. Was meint ein
Pfarrer zu dem komischen Bibelvers an der Wand? Und was wäre
das gesamte Hausinventar nach Meinung eines Trödlers
überhaupt noch wert? Ein Mosaik: Erinnerungen an die Exponate
der Kindheit fügen sich mit sprachlichen Fundstücken
der Gegenwart zusammen. Letztlich kreist alles um den einen Moment der
Rührung: Mein Haus. Meine Familie. Meine Landschaft. Und
Furcht ist der Antrieb zum Erzählen: Davor, dass bald alles
weg ist.
Martin Becker, geboren 1982 im Sauerland, hat am Literaturinstitut
Leipzig studiert und lebt heute in Berlin. 2007 erschien sein erstes
Buch mit dem Titel „Ein schönes Leben“.
Für den wdr schrieb er zuletzt gemeinsam mit Jaroslav
Rudiš das Hörspiel „Lost in
Praha“. |
Bemerkungen: |
Ein Hörspiel, das vielleicht ein wenig zu
bruchstückhaft ist, um die Geschichte wirklich angemessen zu
transportieren. Sicherlich ist das Methode, aber das Thema hätte
es verdient, dass der Hörer sich mehr auf den Inhalt konzentrieren
kann, als dass er versuchen muss, die Fäden des Hörspiels
zusammenzuführen.
Martin Becker gelingt eines aber richtig gut: Er berührt mit
diesem Werk und vermittelt eine plausible Gefühlswelt in die sich
der Hörer gut hineinversetzen kann. Die Rückschau auf
das Leben der Eltern, dass nun durch die Beseitung der letzen
Erinnerungsstücke endgültig ausgelöscht zu werden droht,
geht weit über das Tabuthema Tod hinaus und rückt die Frage
in den Mittelpunkt, was von einem Leben bleibt.
Die Umsetzung ist, was die Sprecher anbelangt, erstklassig - gerade
durch sie wird hier viel der Glaubhaftigkeit der Geschichte
begründet. Auch die Musik von Ralf Haarmann trägt viel zur
Einprägsamkeit dieser Produktion bei.
Wie schon erwähnt hätte ich mir allerdings für den
Hörer, gerade zu Anfang, einen einfacheren Aufbau, eine
klarere Struktur gewünscht, damit die zeitlichen Ebenen besser zu
unterscheiden sind.
Ein interessantes und - vor allem - bewegendes Stück.
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