Bis uns der Tod verbindet
  Autor: Charles Willeford
  Produktion: HR/SWF 1998
Bearbeitung und Regie: Norbert Schaeffer
  Länge: 57 Min.

Mitwirkende:

Hoke: Walter Renneisen
Ellita: Susana Fernandes-Genebra
Brownley: Dirk Galuba
Bock: Reinhard Schulat
Sue Ellen: Kati Winter
Aileen: Grete Götze
Bill: Peter Dirschauer
Chief: Christian Berkel
u.a.

Inhalt:

Während in Hoke Moseleys Büro jede Menge kalter Fälle warten, auf dem Revier das Rauchen verboten werden soll und der Chef des Morddezernats, Major Brownley, Hoke bittet, sich einen Bart wachsen zu lassen, sein Gebiss herauszunehmen und ihm einen kleinen Gefallen zu tun, zieht gegenüber des Hauses, in dem Hoke zusammen mit Ellita und seinen beiden halbwüchsigen Töchtern wohnt, ein Mann ein, den Hoke eigentlich ins Gefängnis gebracht hatte, damit er wegen Mordes 25 Jahre absitzt ... Der Gefallen, um den Major Brownley Hoke bittet, entpuppt sich als ein Gefallen, den er wiederum jemand anderem schuldet; und der Gefallen ist schließlich nichts weiter als ein mörderischer Auftrag, bei dem Hoke Kopf und Kragen riskieren muss.

Charles Ray III. Willeford, geboren 1919 in Little Rock/Arkansas, war Literaturkritiker beim „Miami Herald“, bevor er mit seiner Hoke Moseley-Reihe größere Bekanntheit erlangte. Er starb 1988 in Miami, Florida.


Bemerkungen:

Eine sehr merkwürdige Geschichte erzählt uns hier Charles Willeford. Der Plot um den seltsamen Ermittler Hoke weißt irgendwie keine richtige Erzählstruktur auf, zumindest schafft man es nicht, dem Ganzen ein "rundes" Ende mitzugeben. So hängen die einzelnen Handlungsfäden etwas unmotiviert in der Luft.

Während des Hörens, bei dem natürlich die Hoffnung auf ein gescheites Ende besteht, wird man indes mit der Geschichte ganz nett unterhalten. Ein vielversprechender Rahmen, der sich um den neuen Nachbarn Hokes spinnt und eine derbe Episode, in der er als Undercover-Ermittler deutlich über die Stränge schlägt, sorgen für viel Interesse. Schade, dass es man hier nicht zu einem adäquaten Schluss kommt.

Auch die Umsetzung überzeugt. Insbesondere Walter Renneisen schafft es, der etwas ambivalenten Figur des Hoke die richtige Farbe zu verleihen, um sie in ihren Widersprüchen gut darzustellen.


"Bis der Tod uns verbindet" wäre ein richtig guter Krimi geworden, wenn die Geschichte einen passenden Schluss gefunden hätte. So verdirbt man dem Hörer allerdings den Hörspaß leider ein wenig zu arg, und damit rutscht diese Produktion dann doch deutlich ins Nirvana des Durchschnittlichen ab.
 
Meine Wertung: + / - 
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