Blauwaterseilen

Von Erhard Brüchert

Musik: Jan Christoph
Regie: Hans Helge Ott
RB / NDR 2009
33 Min.


Mit: Wilfried Dziallas, Edda Loges, Erkki Hopf, Robert Eder


Zum Abitur hat der Vater seinem Sohn einen Segeltörn um die Kanaren geschenkt. Stolz segeln die beiden jetzt zum ersten Mal über "Blauwater", also tiefes Wasser. Aber auch ihr Gespräch während der langen, ruhigen Stunden an Bord kommt in tieferes Wasser. Denn nur die Hälfte der Familie nimmt an dem Törn teil - der Bruder und die Mutter segeln schon lange eigenen Kurs.

Erhard Brüchert (geb. 1941 in Pommern) wuchs in Ostfriesland auf und wurde Oberstudienrat für Deutsch und Geschichte in Eversten bei Oldenburg. Er hat als hoch- und niederdeutscher Autor zahlreiche Dokumentarstücke und Bühnenstücke für das Amateur- und Jugendtheater, niederdeutsche Hörspiele sowie hochdeutsche historische Romane und Novellen geschrieben und war 1992 bis 1995 Vorsitzender der Bevensen-Tagung, der Jahrestagung für Niederdeutsch. Im Jahre 1994 wurde er mit dem Freudenthalpreis, im Jahre 1996 mit dem Hans-Henning-Holm-Preis für niederdeutsche Hörspiele ausgezeichnet. Im Jahre 2003 erhielt er den Borsla-Preis für seine niederdeutsche Novelle "De halwe Fiskermann". Er lebt in Edewecht.


Bemerkungen:

Erhard Brüchert erzählt hier mittels Rückblicken die Geschichte einer zerrissenen Familie. Auch wenn der Bruch nicht konkret an der Segelleidenschaft festzumachen ist, sie ist doch zumindest das Sinnbild des Trennenden. Der Vater und sein ältester Sohn, der dieses Hobby teilt, auf der einen, die Mutter und der jüngere Sohn, der bei einem Törn schon mal in Gefahr geriet, auf der anderen Seite, trennen sich - natürlich zunächst auf Probe, die Hoffnung auf Wiederkehr erscheint allerdings gering. Aber der ältere der beiden Söhne sorgt für eine entsprechende Option und damit auch dafür, dass zumindest das Hörspiel ein Happy End genießt.

In einer guten halben Stunde gelingt es, die Geschichte der Familie so darzustellen, dass sie zumindest für den Plot ausreichend ist. Mehr als hierfür nötig erfährt der Hörer zwar nicht, dennoch genügt das Gehörte, um die Geschichte glaubwürdig zu erzählen.

Die Produktion kommt nicht nur in (gemäßigtem) Plattdeutsch, sondern auch in einer sehr gelungenen maritimen Kulisse daher. In dieser agieren hauptsächlich Wilfried Dziallas und Erkki Hopf als der segelnde Teil der Familie. Ergänzt wird das Ensemble mit Edda Loges und Robert Eder. Die Leistungen sind allesamt sehr glaubhaft.


Eine recht nette Geschichte ums Segeln, auch wenn dies nur der Aufhänger für das vorläufige Scheitern der Familie ist. Eine gute halbe Stunde sehr atmosphärischer Hörspielunterhaltung, die zu keiner Zeit Gefahr läuft, belanglos zu wirken.


Meine Wertung: + + + +
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