| Blutorangen Von Ross Macdonald Aus dem Amerikanischen von Monika Schönenberger Bearbeitung Klaus Baum und Horst Riemenschneider Regie Annette Kurth WDR 2000 57 Min. Privatdetektiv Lew Archer: Dietmar Mues Carl Hallman: Oliver Brod Mildred: Bettina Engelhardt Zinnie: Leslie Malton Dr. Grantland: Manfred Zapatka Sheriff Ostervelt: Helmut Krauss Mrs. Hutchinson: Ulrike Bliefert Journalist Slovekin: Thomas Anzenhofer Frühmorgens schneit dem Privatdetektiv Lew Archer ein Auftraggeber ins Haus. Carl Hallmann ist gerade aus einer psychiatrischen Anstalt geflohen und behauptet, sein Bruder Jerry und dessen Frau hätten ihn nach dem Tod des Vaters einweisen lassen, um sich in den Besitz des enormen Vermögens zu bringen. Archer glaubt Carl nicht und will ihn zurück in die Psychiatrie bringen, doch Carl flieht. Kurz darauf findet man seinen Bruder Jerry tot auf. Für die Öffentlichkeit ist der Fall klar: Es beginnt eine Menschenjagd auf den „gemeingefährlichen Irren“. Lew Archer aber bekommt Zweifel an dieser Version und nimmt sich nun der Geschichte an. Ross Macdonald (1915-1983) arbeitete zunächst als Lehrer. Seit den 40er-Jahren schrieb er zahlreiche Kriminalromane und zählte zu den besten amerikanischen Krimiautoren. Er schrieb mehrere Bücher mit Privatdetektiv Archer, von denen zwei auch mit Paul Newman verfilmt wurden. Bemerkungen: Mit "Blutorangen" verpackt Ross Macdonald einen spannenden und verzwicken hard-boiled Krimi hinter einem etwas spröden Titel. Natürlich ist hier recht schnell klar, dass der Hase nicht so läuft, wie es offenbar den Anschein hat. Es gelingt aber, die tatsächliche Lösung hier recht gut zu verstecken und mit einem recht überraschenden Ende aufzuwarten. Neben der guten Geschichte, ist es vor allem ein exzellent agierender Dietmar Mues, der die Rolle des Lew Archer mit bemerkenswerter Klischeelosigkeit spricht, und es ihm dabei trotzdem gelingt, der Figur eine Glaubwürdigkeit und die Farbe zu geben, die das Genre vorgibt. Deutlich stereotyper ist da die Besetzung von Helmut Krauss als korrupter Sherrif, aber auch diese Leistung kann sich hören lassen. Auch, wenn diese beiden Figuren herausragen, Ausfälle gibt es hier auch ansonsten nicht zu verzeichnen. Das Ensemble liefert hier gute Arbeit ab und schafft es, die Geschichte sehr gut vorstellbar zu erzählen. Regisseurin Annette Kurth gelingt es auch, mit der Umsetzung zu überzeugen. Sie inszeniert hier eine sehr passende, aber eher im Hintergrund stehende Kulisse, in der sich das Geschehen abspielt. Es bietet einen guten und ausreichenden Rahmen, in dem die tolle Ensembleleistung im Fokus stehen kann. Nicht nur Fans des hard-boiled-Genres, auch Krimifans, die nicht unbedingt dieses Format, dafür aber auf wendungsreiche Krimis mögen, sollten hier durchaus mal ein Ohr riskieren. Eine spannende und interessante Geschichte erzählt von einem erstklassigen Sprecherensemble. |
| Meine Wertung: + + + + |
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