Caruso singt nicht mehr
  Autor: Anne Chaplet
  Produktion: BR 2003
  Regie: Walter Adler
  Bearbeitung: Walter Adler
  Musik: Pierre Oser
  Länge: 104 Min.
 

Mitwirkende:

Gert Heidenreich, Axel Milberg, Krista Posch, Rudolf Kowalski u. a.

Inhalt:

Eine bundesdeutsche Milieustudie mit krimineller Energie, mit einem Stück Zeitgeschichte und handfestem dörflichen Einschlag. Paul Bremer ist in ein kleines Dorf in der Rhön gezogen, um eine gescheiterte Ehe und eine Karriere in der Werbebranche zu vergessen. Er verliebt sich in die Biolandwirtin Anne Burau. Die ländliche Idylle trügt: Ein Pferdeschlitzer und ein Brandstifter verunsichern die Landbewohner. Als Anne Buraus Mann Leo, von dem sie seit Jahren getrennt lebt, an einem Fleischerhaken aufgehängt im Kühlraum ihres Anwesens gefunden wird, nimmt Kriminalinspektor Kosinski die Ermittlungen auf. Auch die Frankfurter Staatsanwältin Karen Stark, Paul Bremers ehemalige Freundin, muss sich mit dem Fall befassen, in dem die Friedensbewegung, das ehemalige Ministerium für Staatssicherheit, ein russischer Zirkus und die Liebe - enttäuschte wie verratene - eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Zu Bremers Verwunderung will die Staatsanwältin nicht ausschließen, dass Anne Burau selbst ihren Mann Leo umgebracht hat.

Anne Chaplet, geboren 1951, studierte Politikwissenschaften und Geschichte. Sie arbeitete als Übersetzerin, Lektorin, Dozentin und Rundfunkmoderatorin und veröffentlichte Bücher zu historischen und politischen Themen. Für ihre Romane "Nichts als die Wahrheit" und "Schneesterben" wurde sie 2001 und 2003 mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. 2003 erhielt sie den Radio Bremen Krimipreis. Zuletzt veröffentlichte sie den Roman "Doppelte Schuld" (2007).

Bemerkungen:

Anne Chaplet legt mit "Caruso singt nicht mehr" einen beeindruckenden Start ihrer "Krimi-Trilogie aus dem bundesdeutschen Milieu" vor. Die Geschichte ist von Anbeginn an spannend und kann mit sehr glaubwürdigen, aber prägnanten Figuren für eine sehr gute Unterhaltung sorgen. Die Geschichte ist hintergründig und hat viele Wendungen und Aspekte, die auf die Handlung Einfluss nehmen.

Walter Adler hat dieses Stück mit seiner bekannten Perfektion in Szene gesetzt und schafft sehr greifbare Bilder des Geschehens. Die Sprecher sind sehr gut gewählt, sie passen perfekt zu ihren Charakteren, können diese darstellen, ohne vorab zuviel von ihnen preiszugeben. In Bestform präsentiert sich hier vor allem Axel Milberg.

Ein Tipp für jeden Krimifan, der Fälle mit tief vergrabenen Motiven mag.

 

 

Meine Wertung: + + + +

 

 

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