Casting
oder
Wir können uns gerne diezen


von Bettina Hoppe, Effi Rabsilber, Gottfried Breitfuss, Luke J. Wilkins (Improvisation) und Jens Nielsen (innere Monologe)

Musik: Hans Koch
Idee und Regie: Claude Pierre Salmony
DRS 2009
57 Min.


Mit Bettina Hoppe, Effi Rabsilber, Gottfried Breitfuss, Luke J. Wilkins


Die grosse Filmregisseurin Natalja Obrag pflegt ohne Drehbücher zu arbeiten. Sie stellt Gruppen von professionellen Schauspielern und Schauspielerinnen und von Laien zusammen und lässt vor der Kamera improvisieren. Entsprechend anders gestalten sich die Castings für ihre Produktionen. In Frage kommende Darstellerinnen und Darsteller werden zusammengeführt und das Interaktionspotential ausgelotet. So geht sie auch für das neueste Projekt vor. Es werden Leute an einen privaten Ort eingeladen. Allerdings erfahren diese bei ihrem Eintreffen, dass die Regisseurin am Frankfurter Flughafen festsitzt. Man solle schon mal essen. - Was passiert zwischen ihnen? Und was geht in
ihren Köpfen vor?

Der Hörspielregisseur Claude Pierre Salmony hat sich die Ausgangssituation für eine Improvisation ausgedacht, Schauspielerinnen und Schauspieler ins Hörspielstudio geladen, den Anlass aufgenommen und die geschnittenen Aufnahmen dem Schriftsteller Jens Nielsen übergeben. Nielsen hat für die Beteiligten innere Monologe geschrieben, die - nachträglich eingesprochen und mit den Improvisationsaufnahmen verbunden - eine gedankliche Gegenwelt hörbar machen. Der Musiker Hans Koch schliesslich wurde zu musikalischen Improvisationen eingeladen, die die äussere und innere Welt im Hörspiel verbinden.


Jens Nielsen, geboren 1966 in Aarau, absolvierte eine Schauspielerausbildung. Danach gründete er mit Aglaja Veteranyi die Performance-Theatergruppe «Die Engelmaschine». Er war in zahlreichen Auftritten bei eigenen Projekten zu sehen. Nielsen lebt als freier Schauspieler, Sprecher und Autor in Zürich. 2008 liess er sich auf das Experiment ein, sich für drei Tage unvorbereitet mit einem Hörspielteam zu treffen, um mit diesem das Material für eine ganze Produktion zu erarbeiten. Titel des Ergebnisses: «Immer stimmt
das dann plötzlich».

Hans Koch, geboren 1948, lebt in Biel. Seit seinem Ausstieg aus einer klassischen Karriere als Orchestermusiker gilt er als einer der innovativsten improvisierenden Holzbläser Europas. Als Komponist prägte er von Anfang an den eigenständigen Sound des Trios «Koch-Schütz-Studer». Mit Elektronik, Sampling und Computer erweitert er seit den neunziger Jahren die Klänge seiner Instrumente. Zahlreiche Auftragsarbeiten für Hörspiel und Film.


Zur Startseite