| Change
Program Please |
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Autor: |
Martin Burckhardt |
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Produktion: |
SFB 1986 / Parlando 2008 |
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Regie: |
Martin Burckhardt |
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Länge: |
59 Min. |
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Mitwirkende: |
Gerd Wameling, Uwe Müller, Ingrid Fink
und Christian Brückner |
Inhalt: |
"Ich bin ein Ding, das denkt"
Descartes
Was bin ich? Ein Programm? Ein Hirngespinnst?
Anfang der 80er Jahre: Ein Virus breitet sich aus - das Computervirus.
Rote Augen, übernächtigtes Aussehen,
Verzückung. Der Virenträger hat einen neuen Sinn
entdeckt. Das Denken verändert sich, die Denkgewohnheiten, so,
wie sich beim Kind nach der Entdeckung der Uhr die Vorstellung von Zeit
verändert. Das Gehirn wird zu einer genau kartographierten
Landschaft der Innenwelt, sein Zustand eine Serie aus den Ziffern 1 und
0.
Ist der Mensch nicht mehr als nur eine Maschine?
Martin Burckhardt ist Kulturtheoretiker und Medienautor. Neben
zahlreichen Audiostücken veröffentlichte er eine
Reihe von Arbeiten zur Kulturgeschichte, u.a.: Metamorphosen von Raum
und Zeit (1994), Vom Geist der Maschine (1999), Die Scham der
Philosophen (2006). Im Herbst erscheint: Die Erfindung der Welt. Eine
kleine Geschichte der großen Ideen. |
Bemerkungen: |
Wie so oft in solchen hochtrabenden Produktionen
steht
eine gute Idee am Anfang, die dann mit sehr polarisierenden Mitteln
umgesetzt wird. Die Fragestellung, die Martin Burckhardt hier aufwirft,
ist durchaus interessant und böte auch Stoff, um eine
Hörspielproduktion gut zu füllen. Leider steht man
sich hier
mit einer zu elitären Darstellung ein wenig im Weg.
Dieses Feature wird insofern sicherlich nicht jedermanns Geschmack
treffen. Dazu stiftet die Bezeichnung "Hörspiel" auf dem Cover
zusätzliche Verwirrung, denn ein Hörspiel im
herkömmlichen Sinne erwartet den Hörer hier nicht.
Das man diese Produktion in gute Sprecherhände gibt, ist bei
einer
Radioinszenierung nichts ungewöhnliches. So verwundert es auch
nicht, dass hier alle Rollen mit absoluten Hochkarätern
besetzt
sind. Das Problem: Sie können hier kaum zeigen, was sie zu
leisten
vermögen. Viel zu viel Erzählung, viel zu wenig
Schauspiel -
das mag zwar thematisch passen, reicht aber bei Weitem nicht, um den
Hörer vom Hocker zu reißen.
Auch die restliche Umsetzung passt sich dem gut an. Insofern bekommt
man eine sehr homogene Produktion, die sowohl inhaltlich, als auch
atmosphärisch sehr steril wirkt.
Wer gute Ideen in Darstellungen sucht, die nicht dem Üblichen
entsprechen, der kann und sollte vielleicht "Change Program please" mal
antesten. |
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