|
Checkpoint Charlie
|
| |
Autor: |
Kurt Bartsch |
| |
Produktion: |
RIAS 1986 |
|
Regie: |
Robert Matejka |
| |
Länge: |
53 Min. |
Mitwirkende: |
Otto Sander, Hilmar Thate, Angelika Domröse, Günther
Ungeheuer, Jürgen Holtz, Jürgen Heinrich und Liane Rudolph
|
Inhalt: |
Zwei Stadtstreicher - Eddi, arbeitsloser Dreher aus Kreuzberg, und
Charly, ehemaliger Heldendarsteller in der DDR-Kleinstadt Anklam -
sitzen frierend und mit Todesgedanken an der Berliner Mauer. Ihre
armselige Habe besteht aus einem Rest Rotwein und einer
Beate-Uhse-Puppe.
Charly hat Sehnsucht nach der alten Heimat, wo er gegen den
Theaterspielplan revoltierte. Man hat ihn ins Gefängnis gesteckt
und danach gegen Devisen in den Westen abgeschoben. Eddi kann diese
Sehnsucht nicht verstehen. Er wäre gern Kapitalist, wenn er nur
gewusst hätte wie.
Kurt Bartsch, 1937 in Berlin geborener Lyriker, Dramatiker und
Prosaautor war in verschiedenen Berufen tätig unter anderem als
Sargverkäufer, Büroangestellter, Leichenträger. Ab 1964
Studium am Institut für Literatur "Johannes R. Becher" in Leipzig.
1976 Mitunterzeichner der Biermann-Petition. 1979 wurde er aus dem
Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. Übersiedelte 1980
nach Westberlin. Ab 1986 zahlreiche Drehbücher für
Fernsehfilme, unter anderem "Peter Strom" (ARD), "Unser Lehrer Doktor
Specht" (1990-1998, 70 Folgen), für die er 1996 den Deutschen
Fernsehpreis erhielt und "Fanny Holzbein" (Roman, 2004).
|
Bemerkungen:
|
Eine interessantes Thema, eine originelle
Betrachtungsweise und ein glänzend agierendes Ensemble zeichnen
dieses Hörspiel aus. Leider verliert sich in den Dialogen ein
wenig das Stück, so dass es nicht dauerhaft gelingt, das
Hörinteresse oben zu halten.
Dazu werden die Inhalte leider zu oft und zu sehr in "künstlerische Wichtigkeit" gehüllt.
Ein Ohr wert ist allerdings das Stück aufgrund der tadellosen
Leistung von Otto Sander und Hilmar Thate, die ihre Figuren perfekt
anlegen. Schade nur, dass das Stück dieser guten Leistung
inhaltlich nicht ganz gerecht wird.
|
|