| Cordoba, Juni 13.45 |
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Autor: |
Wolf Ror |
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Produktion: |
HR 1979 |
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Regie: |
Ror Wolf |
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Länge: |
42 Min. |
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Mitwirkende: |
Armin Hauffe, Edi Finger |
Inhalt: |
Ausgangsmaterial sind die Radio-Reportagen des Spieles Deutschland gegen
Österreich in Argentinien, WM ES, Cordoba, 2:3. Dazu die nach dem Spiel mit
Prominenten und Präsidenten geführten Kurzinterviews. Ich nehme die Worte und
Sätze, die da sind; die Emotionen und Enttäuschungen und Euphorien. Es wird
nichts dazugemacht, sondern versucht, durch Weglassen, Raffung und
Zusammenschnitt etwas von der Dynamik und Dramatik dieses Spiels in Kurzform neu
herzustellen. Natürlich ist auch Komik im Spiel; aber nicht auf Kosten der
Beteiligten, sondern mit ihrer Hilfe. Die beiden Reporter laufen nebeneinander
und gegeneinander, sie durchkreuzen einander und versuchen einander
wegzudrängen. Vorgeführt werden nicht allein zwei Arten, Fußball zu spielen,
sondern auch zwei Arten, Fußball zu kommentieren. Deutschland - kühl, mit
gedämpftem Hochmut. Österreich leidenschaftlich, mitleidend und mitsiegend. Das
deutsche Selbstbewußtsein verfällt in Resignation; Osterreichs Triumph ist
vollkommen. Das neue Wunderteam hat den gealterten Weltmeister in die Tiefe
gestürzt; in Cordoba Juni 13.45 Uhr.« (Der Autor)
Eine Sternstunde der
Fußballgeschichte: In Cordoba, Argentinien, traten am 21. Juni 1978 bei der
Fußballweltmeisterschaft Deutschland und Österreich gegeneinander an. Zum ersten
Mal seit 30 Jahren siegten die Österreicher. Aus Radioreportagen hat Ror Wolf
ein Originaltonhörspiel montiert, das die Dramatik dieses aufregenden Spiels
hörbar macht. |
Bemerkungen: |
Auch, wenn es wehtut, es anzuhören, gerade diese Hörcollage des Desasters von
1978 ist ein tolles Beispiel für die Kunst Ror Wolfs, ein Fußballspiel so zu
verdichten, dass man alle Höhen und Tiefen mitdurchleidet. Grade an diesem Spiel
der Underdogs Österreich gegen den amtierenden Weltmeister. Beides manifestiert
sich in den beiden Radioreportern, die auch in ihren Stimmen nahezu das Gefühl
ihrer Nation tragen. Der Deutsche zunächst gelassen und überlegen, gegen Ende
resigniert und sein österreichische Kollege mit deutlichem Galgenhumor am Anfang
und unglaublicher Freude - fast dem Wahnsinn nahe - am Ende.
Eine sehr
interessante und unterhaltsame Collage, die man sich ruhig gönnen sollte - auch
wenn die Seele noch so blutet. |
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