Das Bildnis des Dorian Gray

Bearbeitung: Walter Hartley
Regie: Theodor Steiner
hr 1955
66 Min.


Dorian Gray: Jürgen Goslar
Bazil Hallward: Friedrich Schoenfelder
Lord Henry Wotton: Gert Westphal
Sybill Vane: Tina Kohl
Campbell: Robert Seibert
Polizist: Paul Schuch
Parker: Ernst Altmann
Victor, ein Diener: Otto Osthoff


Oscar Wilde (1854 - 1900), Lord und Dandy, berühmt und berüchtigt, war der genialste unter den Dichtern des "fin de siècle", die mit verblüffendem Witz und virtuosem Können die Frivolität und Melancholie ihrer Zeit in Sprache bannten. Wildes 1890 entstandener Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" handelt von einem bildschönen jungen Mann, der sein Leben der hemmungslosen Jagd nach Schönheit, sinnlichen Freuden, Ausschweifungen und Verbrechen widmet. Er ist eine Art Teufelsbund eingegangen: Während er - auch nach Jahrzehnten - seine Jugend und sein gutes Aussehen nicht verliert, wird sein Ebenbild, ein lebensgroßes Porträt, gnadenlos von Alter und Lasterhaftigkeit gezeichnet.
Das Werk hat im Lauf der letzten 100 Jahre sehr verschiedene Reaktionen ausgelöst: Es sei dem Autor hier gelungen, den Geschmack der Massen gleichzeitig zu bedienen und zu verspotten; er habe, um die bürgerliche Moral zu verhöhnen, einen perversen Genußmenschen verherrlicht; es gehe im Grunde nur um das Problem der Persönlichkeitsspaltung; und - last but not least - die Geschichte sei ein moralisches Gleichnis, in dem genau der radikale Ästhetizismus und gewissenlose Lebenswandel angeprangert werden, die dem Autor nur wenige Jahre später zum Verhängnis wurden ... Oscar Wilde selbst betonte in dem Vorwort zu "Das Bildnis des Dorian Gray", dass es weder moralische noch unmoralische, sondern nur gut oder schlecht geschriebene Bücher gibt.

 
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