Das dritte Buch
über Achim
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Autor: |
Uwe Johnson |
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Bearbeitung: |
Dietmar Mues und Norbert Schaeffer |
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Produktion: |
NDR 2009 |
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Regie:
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Norbert Schaeffer |
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Musik: |
Dieter Glawischnig |
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Dauer: |
142 Min. |
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Hörspiel des Monats Juli 2009
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Mitwirkende: |
Ich : Dietmar Mues
Du: Anne Weber
Karsch: Ulrich Noethen
Karin: Cordelia Wege
Achim: Thomas Nicolai
Achim als Kind Alexander Weber
Achim als Jugendlicher: Christian Gauß
Mädchen / Gastgeberin: Carolin Spieß
Leitstelle / Gastgeber: Edgar Bessen
Grenzpolizist / Pförtner: Johannes Gabriel
Foto 1 / Profi / Zuschauer / Profi: Maximilian Brauer
Foto 2 / Trikot / Zuschauer / Trikot: Rashcid D. Sidgi
Foto 3 / Kellner / Zuschaer: Axel Thielmann
Besucher 1 (Stasi): Wolf-Dietrich Rammler
Besucher 2 (Stasi): Hendryk Duryn
Reporter / Lehrer / Zuschauer / Rennleiter: Roland Hemmo
Frau / Mutter: Hannelore Schubert
Herr (Gestapo) / Ausbilder: Hilmar Eichhorn
Liebenreuth: Karin Hardt
Fleisg: Horst Kotterba
Eckhardt: Thore Kuehl
Vater: Udo Kroschwald
Ammann: Jutta Hoffmann
Genosse / Hans: Gerald Schaale
Russe: Rostyslav Rozenberg
Hütemädchen: Sarah Bötscher
Neffe / Zuschauer: Benedikt Kauff
Freund / Zuschauer: Vincent Göhre
Fragesteller: Günter Schoßböck
Radioreporter: Wolfram Berger
Klavier: Dieter Glawischnig
Akkordeon: Frank Grischek

Dietmar Mues als Ich

Cordelia Wege als Karin, Regisseur Norbert Schaeffer und Ulrich Noethen als Karsch
Bilder: © NDR/Marco Prosch |
Inhalt: |
Karsch, ein Sportjournalist aus Hamburg, wird von
seiner ehemaligen Freundin in die DDR eingeladen. Dort lernt er Achim
T., ihren Freund kennen, den als Nationalheld verehrten Radrennfahrer.
Karsch erhält ein Verlagsangebot, seine Biografie zu verfassen.
Zwei verklärende Heldensagen zu Achims Leben existieren bereits.
Karsch forscht den Lebensumständen Achims, den er auch
persönlich befragt, akribisch nach. 1930 geboren, hat es Achim T.
inzwischen zum Mitglied in der Volkskammer gebracht. Karschs Notizen
fügen sich jedoch zu keinem Ganzen. Das Projekt, die objektive
Biografie eines ostdeutschen Sportidols zu schreiben, scheitert. Denn
Achim und sein Umfeld haben ein vollkommen anderes Bild ihres Idols als
der westdeutsche Journalist. Das dritte Buch über Achim wird nicht
geschrieben werden. Karsch kehrt enttäuscht und mit vielen offenen
Fragen nach Hamburg zurück
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Bemerkungen:
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Uwe Johnsons Werk gilt als
stilistisch nicht gerade einfach; es gibt Kritiker, die dem Autoren gar
die literarische Klasse absprechen. Egal wie man es letztlich sieht, es
gibt zumindest deutlich leichtgängigere Werke der deutschen
Nachkriegsliteratur.
Umso mehr darf man sich auf eine Hörspielfassung freuen, sofern es
dieser gelingt, sowohl dem Werk, aber auch dem Wunsch des Hörers
nach Verständlichkeit, genüge zu tun.
Tatsächlich haben es Norbert Schaeffer und Dietmar Mues geschafft,
die Vorlage Uwe Johnsons angemessen in ein gelungenes
Hörspielskript umzusetzen. In diesem wird vieles durch die
Einsätze von Anne Weber und Dietmar Mues selbst getragen, aber
auch die vielen Figuren, die im Leben der Hauptfigur eine Rolle
spielen, wird hier hörbar.
Die Umsetzung bedingt so ein immens großes Ensemble, in dem man
sogar mehrfach mit Doppelt- und Dreifachbesetzungen arbeiten muss.
Letzteres wirkt nur theoretisch etwas problematisch, die Verteilung der
einzelner Stimmen auf kleinere Rollen ist hier absolut unauffällig
gelungen.
Überhaupt überzeugen die Sprecher durch die Bank. Bis in die
kleinste Rolle schafft man es, glaubwürdige Charaktere
darzustellen. Dabei muss man hier diesbezüglich kaum auf
stimmliche Klischees zurückgreifen.
Obwohl das Skript nur wenig reine Dialogsequenzen besitzt, schafft es
Norbert Schaeffer, hier die Handlung ohne Brüche fließen zu
lassen. So entsteht ein zwar ruhiges, aber sehr stimmiges Gesamtbild.
"Das dritte Buch über Achim" ist eines der bedeutendsten Werke zur
deutsch-deutschen Geschichte. Mittels einer Arbeit an der Biografie
eines fiktiven Radsportlers aus der DDR zeichnet Johnsons deutlich -
und vor allem glaubhaft - die Unterschiede zum Westen auf.
Diese Hörspielfassung transportiert das Thema sehr gut. Sie
orientiert sich gut an der Vorlage, ist aber deutlich gefälliger,
da man hier die Vorteile der stilistischen Möglichkeiten des
Mediums Hörspiel gut nutzt.
Eine erstklassige Produktion!
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