Das Foucaultsche Pendel
  Autor: Umberto Eco
  Produktion: WDR / BR 1990
Regie: Otto Düben
Bearbeitung: Richard Hey
Musik: Matthias Thurow
  Länge: 227 Min.

Mitwirkende:

Agliè: Christoph Bantzer
Amparo: Doris Plenert
Ardenti: Otto Sander
Bramanti: Aljoscha Sebald
Casaubon: Matthias Haase
Diotallevi: Christian Brückner
Jacopo Belbo: Karl Michael Vogler
Junge Frau: Anja Niederfahrenhorst
Junger Mann: Viktor Neumann
Lia: Jutta Lampe
Lorenza Pellegrini: Anne-Marie Kuster
Lorenza: Doris Plenert
Männliche Stimme: Thomas Lang
Oberst Ardenti: Otto Sander
Alter Mann: Wolfgang Haubner
u.a.

Inhalt:

"Da endlich sah ich das Pendel". An einem Juninachmittag des Jahres 1984 entdeckt Verlagslektor Casaubon im Pariser Conservatoire des Arts et des Métiers jenes Pendel, mit dem Léon Foucault 1850 die Rotation der Erde nachgewiesen hat. Mit diesem Instrument, das alsbald auf mysteriöse Weise verschwindet, hat die Gewißheit der modernen Physik begonnen - und von dessen Metrik hängt sie auch weiterhin ab. Was diesem Erlebnis folgt, sind nicht minder mysteriöse Bewegungen, Pendel und Kreise, mit denen die Geschichte des Abendlandes ausgezirkelt wird und was entsteht, ist ein Geschichtenwerk von enzyklopädischer Dimension, ein neues "Buch der Bücher", ein dichtes Organogramm der Fantastik. Daß dies nicht ohne Spannung, nicht ohne Liebe und nicht einmal ohne Mord verläuft - dafür steht der Autor gut, der mit seinem Erfolgsroman "Der Name der Rose" Millionen Leser, Kinogänger und nicht zuletzt Radiohörer hierzulande und auf der ganzen Welt in seinen Bann geschlagen hat."


Bemerkungen:




"Das foucaultsche Pendel" steht als Roman etwas im Schatten von Ecos "Der Name der Rose". Vielleicht liegt es daran, dass Erstgenannter etwas schwergängiger ist, als das zwar auch anspruchsvolle, aber deutlich einfacher strukturierte berühmtere Werk.

Auch die Hörspielumsetzung leidet ein wenig daran, dass sie zu wenig leichtgängig ist und man hier auch dem Irrtum erlegen ist, eine anspruchsvolle Vorlage müsste auch zusätzlich noch eine besondere Umsetzung bekommen.

So schafft man zwar eine adäquate Umsetzung, bei der das Hörspielniveau dem der Vorlage kaum nachsteht, ob es damit gelingt, Hörer außerhalb des Kreises, die das Buch ohnehin gut finden, zu erreichen, ist zweifelhaft.

Denn, während man im Buch auch einen Satz zwei-, dreimal lesen kann, ist man beim Hörspiel - insbesondere in der Radiofassung - darauf angewiesen, auch Details sofort mitzubekommen, damit sich das Ganze letztlich zu einem Gesamtbild fügt. Dies gelingt dieser Produktion aber nur bedingt. Zumal etwas außer Betracht gelassen wird, dass man beim Hörer - insbesondere für ein derart intensives Zuhören - ein Interesse geschaffen werden muss. Dies gelingt dem etwas spröden Charme des Eco-Werkes, zumindest in dieser medialen Darstellung, nicht.

Ansonsten ist die Umsetzung nicht zu beanstanden. Man hat sich - wie nicht anders bei einer Co-Produktion zweier großer Sender zu erwarten - nicht nur viele Gedanken zu Umsetzung gemacht, sondern auch tatsächlich ein technisch sehr gutes Hörspiel geschaffen, dass dummerweise unter dem oben angeführten, nicht unerheblichen Makel leidet.


     
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