| Das Geheimnis des Werwolfs von H.C. Artmann Bearbeitung: Martin Heindel Regie: Petra Feldhoff WDR 2005 48 Min. Erzähler: Peter Fricke De Vere: Wilfried Hochholdinger Einreisebeamter: Alexander Hauff Ali Mirza: Alexander Khuon Colonel: Burghart Klaußner Maud Carruthers: Anna Thalbach Frau Grootjahn: Ulrike Bliefert Polizeikommissar: Peter Groeger Bancroft: Max Urlacher Pushbar: Margarita Breitkreiz Prof. Handendoek: Michael Evers Wir schreiben das Jahr 1899. Der Lykanthropist Mortimer Grizzleywold De Vere reist mit Colonel Towdy und der überaus begehrenswerten Mistress Carruthers in ein abgeschiedenes Bergtal in Asien. Hier machen sie einen grausigen Fund: Die enthäutete Leiche eines Fremden, der scheinbar dem tödlichen Biss eines Wolfs erlegen ist. Von nun an häufen sich die abenteuerlichsten Ereignisse, und De Vere muss feststellen, dass seine Mitreisenden ganz andere sind, als es zunächst den Anschein hatte. Artmanns Werwolfgeschichte oszilliert, wild flackernd, zwischen „Indiana Jones“ und „Tim und Struppi“. Hans Carl Artmann (1921-2000), geboren in Wien, war ein Meister der literarischen Kolportage. Halb Verwandlungskünstler, halb poetischer Avantgardist, hat er sich in nahezu allen denkbaren literarischen Gattungen bewegt. Artmann wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, 1997 mit dem Georg-Büchner-Preis. Bemerkungen: Sagen wir mal so, ich kannte "Dracula, Dracula" und wußte ungefähr, was mich hier erwarten würde. Immerhin, man kann Artmann nicht vorwerfen, dass er hier den x-ten Aufguss eines trashigen Stoffes vorlegt. Aber dennoch ist das, was hier zu Ohren kommt, nur sehr bedingt empfehlenswert. Es beginnt als interessantes Abenteuer, verliert aber dann schnell den Faden. Gleich den Protagonisten irrt der Plot durch die Geschichte, die dann auch recht schnell und substanzlos ihrem Ende entgegenhumpelt. Bis auf ein paar nette Bilder und Szenen gelingt hier inhaltlich nicht viel. Die Umsetzung verspricht - allein beim Blick auf die Besetzungsliste - Éiniges; Aber auch hier überzeugt man kaum. Die Inszenierung verlässt sich stark auf die Erzählfigur, Peter Fricke meistert die Aufgabe zwar, allerdings ist sie formal zu groß geraten und bremst jedes Dialogspiel und jeden aufkeimenden Spielfluß umgehend aus. Schade, aber hier gelingt einfach zu wenig. Trotz großer Namen vor und hinter der Studioscheíbe, verbleibt der Hörspaß hier nur denjenigen, die sich auf den kruden Humor Artmanns einlassen können und die die zwar atmosphärisch gelungene, aber tempoarme Inszenierung nicht stört. Meine Wertung: - - |
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