| Das Land will weg hier von Dietmar Dath Regie: Ulrich Lampen SWR 2010 53 Min. Mit Christian Redl, Sandra Hiller, Anna Huthmann, Christiane Huch, Dietmar Dath u. a. Drei Erwachsene und ein Mädchen verstecken sich vor Bewaffneten in einem leerstehenden Gebäude. Draußen wird geschossen. Die Gruppe verhält sich still und hofft, dass bald der Hubschrauber kommt, der sie rettet. Was wie ein Geschehen am Rande einer der Kriege oder Bürgerkriege aussieht, die man aus dem 20. und 21. Jahrhundert kennt, spielt in etwa 40 bis 50 Jahren in einer kleinen Stadt in Südbaden. Zwei der vier Menschen, die fürchten, in der Falle zu sitzen, kommen von außerhalb: Der ältere Mann ist Angestellter einer Behörde, die junge Frau, die ihn begleitet, ist Wissenschaftlerin und scheint hergekommen zu sein, um einen Sprachforscher abzuholen, den sie vor vielen Jahren in dieser Gegend zurückgelassen hat. Der Zurückgelassene ist der dritte Erwachsene in der Gruppe und spricht wie im Fieber so etwas wie den Dialekt der Einheimischen. Das Kind, das die beiden Auswärtigen bei ihm gefunden haben, scheint ein Geheimnis zu kennen, das mit dem Ort und seiner unheimlichen Geschichte zusammenhängt. »Das Land will hier weg« ist ein Hörspiel über Heimat, Verlust, Rettung, Muttersprache und darüber, wie schwierig es ist, miteinander zu reden. Bemerkungen: Dietmar Daths Geschichte bringt eine SF-Endzeit-Geschichte über das Thema Sprache zu Gehör. Die Ausgangslage ist originell, allerdings dürfte derjenige, der sich die Inhaltsbeschreibung nicht vorher durchgelesen hat, damit einige Schwierigkeiten haben, denn das Konstrukt, dass hier zu hören ist, wird erst im Laufe der Geschichte klar. Bis weit in die zweite Hälfte findet man sich - nur aus dem Hörspiel selbst heraus - nur schwer in die Handlung ein. Dazu kommt, dass hier verschiedene Ebenen zu Gehör kommen, die eine hörbare Trennung, aber lange keinen Zusammenhang zu haben scheinen. Ulrich Lampen gelingt eine dem Skript gemäße Inszenierung, sie hilft zwar nicht beim Zusammenfügen der Fäden, passt aber rückblickend gut. Insgesamt hätten aber beide - Skript und Umsetzung - etwas gefälliger sein können, auch ohne an Anspruch zu verlieren. Das Stück wird von einem Ensemble getragen, dass dafür sorgt, dass die Figuren lange nicht einordenbar bleiben. Das ist aufgrund des Finales ein bewußter Schritt, der funktioniert, aber auch hier muss man sagen, dass es für den Hörer nicht unbedingt hilfreich ist. Ein Hörspiel, nicht nur mit einer interessanten Grundidee, sondern auch mit eben solchen Einzelaspekten. Leider lässt man den Hörer zu lange im Dunkeln, so dass es schwerfällt, die einzelnen Elemente in den Zusammenhang zu stellen. Etwas mehr Mut zur Einfachheit wäre hier sicherlich nicht verkehrt gewesen. Meine Wertung: + |
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