Das Leben eines Narren
nach Miniaturen von Ryûnusuke Akutagawa
aus dem Japanischen von Otto Putz
51 kurze Kapitel
und einen Brief an den Freund umfasst der berühmte Nachlass aus
dem Werk des japanischen Schriftstellers; einen Monat vor seinem
Selbstmord am 24. Juli 1927 abgeschlossen und erst posthum
veröffentlicht. Darin schreitet Akutagawa, bei Episoden und
Einzelheiten innehaltend, noch einmal sein bisheriges Leben ab. Neben
ihrer vermeintlichen Willkürlichkeit und Bedeutungslosigkeit
bestechen diese Miniaturen durch die Schönheit der Sprache, die
sich auch in der Übersetzung mitteilt. Knappe, spröde
Sätze, mehr Lyrik als Prosa, lassen die wie mit der Tusche eines
feinen japanischen Pinsels gezeichneten Situations- und
Landschaftsskizzen vor den Augen des Lesers entstehen. Die
japanisch-deutsche Hörspielfassung versucht, Akutagawas Episoden
wie ein Mosaik aus akustischen Haikus Atem einzuhauchen, die Prosatexte
mit dem Gehör des Fremden in den sprachlichen Kontext ihres
Ursprungs zu stellen, mittels Geräuschen, Klängen, Sounds und
Musik, die in Japan aufgenommen
wurden.
Ryûnusuke
Akutagawa (1892-1927), japanischer Dichter und Schriftsteller, der
neben Essays und Gedichten etwa 150 Kurzgeschichten, Novellen und
Erzählungen verfasste. Der bedeutendste japanische
Literaturpreis, der Akutagawa-Preis, ist nach ihm benannt.
Akutagawa versuchte als einer der ersten asiatischen Dichter, den
einheimischen Literaturstil mit der „traditionellen“
europäischen Literatur zu verbinden und so zu modernisieren. Durch
seinen Schreibstil revolutionierte er seine Epoche und er hat
nachhaltig die größten japanischen Schriftsteller
beeinflusst.
Mit: Ulrich Noethen, Hiroyuki Kinoshita, Mary Endo
Hörspielbearbeitung und Regie: Kai Grehn
Komposition: Kai-Uwe Kohlschmidt
Produktion: ND R 2006