| Das Reptilienhaus von Dejan Šorak a.d. Kroatischen von Stjepan Adrian Kostré Regie: Christiane Ohaus SR/DLR 1996 51 Min. Eugen: Christian Redl Anton: Friedhelm Ptok Elisa: Marlen Diekhoff Donnerstagnachmittag halb fünf, im Reptilienhaus eines Zoos. Ein verlassener Ort. Wer sich dort verabredet, hat mit Sicherheit etwas zu verbergen, denkt sich Eugen und verwickelt Anton in ein Gespräch. Der wird zusehends nervöser, und bald stellt sich heraus: Anton ist mit seiner heimlichen Geliebten verabredet. Ihr Mann ist extrem eifersüchtig. Dafür hat Eugen vollstes Verständnis, vermutet er doch selbst, dass seine Frau ihn betrügt. Aber mit wem? Und wo? Dejan Šoraks kleine Komödie in Feydau’scher Manier schlägt Haken und der Phantasie des Zuhörers oft ein Schnippchen. Christiane Ohaus hat Sˇoraks Hörspiel mit einem Augenzwinkern und einem glänzenden Schauspieler-Trio inszeniert. Und auch das Krokodil spielt mit. Dejan Šorak, geb. 1954 in Kroatien, Absolvent der Akademie für Dramatische Kunst/Zagreb. Der Regisseur, Drehbuch-, Theater-, Radio- und Romanautor ist seit 1980 für den Kroatischen Rundfunk tätig und realisierte für diesen über einhundert Hörspiele, darunter etwa ein Dutzend eigene. Für „Oci“ („Die Augen“) erhielt er den Preis des Kroatischen Rundfunks für den besten Hörspieltext. Auf Deutsch wurde bisher nur „Das Reptilienhaus“ produziert. Bemerkungen: "Das Reptilienhaus" ist eine interessante und in den Details originelle Dreiecksgeschichte. Jeder betrügt und belügt jeden, so dass am Ende zwar die Karten auf dem Tisch sind, aber irgendwie jeder mindestens soviel verloren wie gewonnen hat. Dieses Hörspiel leidet eigentlich nur darunter, dass sich die Verbindung zwischen Eugen und Anton schon zu früh erahnen lässt. Dadurch fehlt zwar ein wenig der Überraschungseffekt am Ende, dafür kann der wissende Hörer aber mit Antons verzweifelten Erwiderungen mitleiden. Das kleine Ensemble agiert ebenso großartig, wie es die großen Namen vermuten lassen. Die Zwiesprache zwischen Redl und Ptok ist sehr gelungen und hilft dem Hörer über die etwas ungewöhnlich anmutende Situation zu Beginn hinweg. Dank des mitreißenden Wortgefechts bleibt man hier gerne am Ball. Erst zum Finale betritt dann Marlen Diekhoff die Bühne, auch an ihrer Leistung gibt es nichts zu meckern. Auch wenn es etwas zu durchschaubar ist, kann ich dieses Hörspiel aufgrund der so ungewöhnlichen, wie unterhaltsamen Dialoge nur empfehlen. Meine Wertung: + + + + |
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