| Das siebte Kreuz nach dem gleichnamigen Roman von Anna Seghers Hörspielbearbeitung und Regie: Hedda Zinner Produktion: Rundfunk der DDR 1955 80 Min. ![]() Paul: Willy A. Kleinau Georg: Harry Hindemith Füllgrabe: Franz Kutschera Pelzer: Ernst Kahler Aldinger: Paul Streckfuß Hermann: Aribert Grimmer Fischer: Horst Preusker Overkamp: Werner Pledath Bunsen: Horst Schönemann Dr. Löwenstein: Paul Lewitt Kress: Gerry Wolff Frau Kress: Renate Baumann-Thormelen Greiner: Walter Hehner Marie Borchardt, Elisabeth Braun, Lore Espey, Loni Michelis, Marianne Wünscher, Franz Gützlaff, Olf Hauschild, Günter Haack, Gerd-Michael Henneberg, Walter Jupé, Joachim Hoyer, Hans-Georg Thies, Arthur Hilmer, Otto Lange, Frank Michaelis, Harry Riebauer, Rolf Ripperger, Heinz Voss, Gerhard Wollner Aus dem Konzentrationslager Westhofen fliehen sieben Häftlinge. Wenn nur einer durchkommt, ist dies ein Signal, das endlich an der Allmacht des Nationalsozialismus zweifeln lässt. Vor den Lagerbaracken stehen sieben geköpfte Platanen mit angenagelten Querbalken, sieben Kreuze. Der Kommandant hat geschworen, dass alle sieben Bäume belegt sind, wenn die Woche vorbei ist. Am Ende der Woche stehen sechs übel zugerichtete Menschen vor den Bäumen, doch der siebte Baum ist leer. Der Sozialist Georg Heisler ist noch frei. Alle, bei denen er Zuflucht suchen könnte, werden bespitzelt. Doch das Netz des sozialistischen Untergrunds ist weit gesponnen. Die Frage ist nur, wer noch dazugehört. Anna Seghers (1900-1983) geboren in Mainz. Eine der bedeutendsten deutschsprachigen Erzählerinnen des 20. Jahrhunderts. Erste Erfolge in der Weimarer Republik. Exil in Frankreich 1933-40, dann in Mexiko 1940-47, wo 1942 »Das siebte Kreuz« auf Deutsch erschien und die Autorin weltberühmt machte. Rückkehr nach Deutschland 1947. Präsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR. Sie starb in Ost-Berlin. |
||
| Bemerkungen: Anna Seghers großer Roman über die Flucht sieben Gefangener aus dem KZ Westhofen ist auch in der Hörspielbearbeitung ebenfalls bewegend und beklemmend. Er transportiert, obwohl es nicht primäres Anliegen ist, eine ungeheure Spannung. Leider reicht die Spielzeit nur dafür aus, zentrale Punkte der Flucht zu beleuchten. So steht hier Protagonist Paul deutlich im Fokus, die Mitfliehenden werden nur in Erzählungen erwähnt oder tauchen an den Schnittpunkten auf. Dennoch kann das Hörspiel neben dem Buch bestehen, da es die Prämisse genauso gut vermitteln kann. Die Sprecher agieren hier sehr effektvoll. Auf der einen Seite die stillen Flüchtlinge und ihre Helfershelfer, die stets sehr leise und zurückhaltend daherkommen, auf der anderen Seite das Regime, das sich durch polternden Sprachgebrauch darstellt. Da das beschriebene KZ in Rheinhessen liegt, orientiert sich auch die Sprachfärbung einiger Figuren am Heimatdialekt der Autorin. Das verschafft dem Ganzen einen gewisse Bodenständigkeit. Ein Hörspiel, dass über die gesamte Spielzeit fesselt und einen guten Extrakt der Romanvorlage bietet, wenngleich es diese nicht ersetzen kann. Wer Gelegenheit hat, dieses fesselnde Hörspiel zu erleben, sollte sie auch unbedingt nutzen! |
||
| Meine Wertung: + + + + | ||
| Zur Startseite | ||
![]() |
||