| Das Wüten der ganzen Welt von Maarten 't Hart Bearbeitung: Frank Werner Komponisition: Peter Gotthardt Regie: Holger Rink RB/BR 1998 162 Min. ![]() Prolog: Maarten 't Hart Alexander Goudveyl als Erzähler: Christian Brückner Vater: Otto Sander Mutter: Elke Petri Alexander Goudveyl, der Jüngere: Lukas Ahrem Alexander Goudveyl, der Ältere: Mark Oliver Bögel Leen Varekamp: Gerd David Arend Vroombout: Hilmar Eichhorn Inspektor Graswinckel: Alexander Radszun Alice Keenids: Annekathrin Bürger Simon Minderhout: Vadim Glowna Aaron Oberstein: Otto Mellies William, der Jüngere: Konrad Sell William, der Ältere: Markus Wünsch Kommissar Douvetrap: Rüdiger Kuhlbrodt Janny: Jennipher Antoni Prof. Edersheim: Gerry Wolff Hester: Christine Pohl Witwe Vroombout: Eva Schäfer Joana: Katja Teichmann u. v. a. Sie ist klein, die Welt vom Hoofd am Nieuwe Waterweg in Südholland. Da ist die Apotheke von Simon Minderhout, dort der Erker der Klavierlehrerin Alice. Und irgendwo das Café De Moriaan. Im Sommer der hohe Himmel, Deich, Strand und Wasser, im September samtenes Sonnenlicht. Sonntags die Kirchenglocken. Hier, an der Ecke President Steynstraat, ist er als Sohn eines Lumpenhändlers aufgewachsen, so erinnert sich der Komponist Alexander Goudveyl jetzt, dreißig Jahre später. Hier, zwischen Schrott und alten Geschichten vom Krieg, unter Nachbarn, die ihn und seine Eltern schief ansehen, weil sie 'Zugezogene' sind, bringt er sich auf einem alten verstimmten Blüthner Klavierspielen bei . Und entdeckt eine andere Welt als die, die ihn umgibt: die Welt der Musik. Schon bald einen ganzen musikalischen Kosmos: die Bachschen Kantaten. Und während er im Lagerhaus Klavier spielt, geschieht an einem regnerischen Samstagnachmittag im Dezember 1956 das, was sein Leben in heillose Unordnung stürzen sollte. Und dem Alexander Goudveyl nun endlich auf die Spur kommen will: der Mord an dem Polizisten Vroombout ... |
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Bemerkungen: Mit "Das Wüten der ganzen Welt" gelang Marten 't Hart der große Durchbruch. Sein Roman ist deutlich mehr als ein spannender Krimi, es ist darüber hinaus auch eine Liebeserklärung an die Musik. Gerade diesem Punkt wird man mit diesem Hörspiel gerecht, da hier wirklich ein besonderer Anteil, sowohl an der Geschichte selbst, als auch in der Darstellung der Musik gehört. Neben vielen klassischen Stücken von Bach, Händel, Scarlati und vielen anderen, ergänzt man um die Komposition von Peter Gotthardt "Das Wüten der ganzen Welt", die zum Hauptmotiv der Geschichte erkoren wird. Die Musik enthebt die Geschichte ein wenig der Handlungszeit. Sie beginnt im zweiten Weltkrieg und reicht bis in die Siebziger Jahre. Die Hauptfigur, Alexander Goudveyl, erzählt von seiner Kindheit, die mit einem Mord, dessen Zeuge er wird, ein einschneidendes Erlebnis erfährt, bis zu dessen Auflösung Jahrzehnte später. Marten 't Hart gelingt es, den Hörer mehrfach in die Sicherheit zu wiegen, auf der richtigen Spur zu sein - im letzten Moment erweisen sich aber viele Verdachtsmomente als haltlos. Dabei nimmt die jeweilige Hinführung viel Raum ein - für den letzten Verdächtige braucht man nahezu das komplette letzte Drittel. Obwohl die Hauptfigur sehr zögerlich zu Werke geht, wird es dennoch zu keiner Minute langweilig - im Gegenteil: Das Hörspiel baut gerade durch diese behutsame Hinführung erhebliche Spannung auf. Das Finale ist der krönende Abschluss dieses großartigen Hörspiels, die unglaubliche Auflösung ist wirklich außergewöhnlich gut gelungen und sorgt dafür, dass diese Geschichte sich - auch in Bezug auf den Krimi-Aspekt - sicherlich gut im Gedächtnis des Hörers festsetzen wird. Die Inszenierung ist zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Die vielen Erzählereinschübe, die sich in die Dialoge drängen, lassen diese Produktion mehr an eine szenische Lesung erinnern. Man findet dann aber recht schnell in die Geschichte, da die Art der Darstellung gut zur rückblickenden Erzählweise passt. Hinzu kommt, dass dieser weitreichende Part von Christian Brückner gesprochen wird, dem es gut gelingt, diese "wissende" Ebene zu spielen. Auch wenn er stimmlich deutlich älter wirkt, als es der Erzähler eigentlich ist, stört dies keineswegs die Glaubwürdigkeit. Die Hauptfigur in den Spielszenen verkörpern Lukas Ahrem, als jüngerer und Mark Oliver Bögel als der erwachsene Alexander Goudveyl. Beide überzeugen in diesen Rollen. Daneben sind noch viele große Stimmen zu hören, die mit ihren sehr glaubwürdigen Einsätzen die gute Ensembleleistung abrunden. "Das Wüten der ganzen Welt" ist eine gelungene Hörspielumsetzung des gleichnamigen Romans, die nicht nur einen spannenden Kriminalfall bietet, sondern auch eine wunderbare Geschichte über die Liebe zur Musik sehr hörenswert erzählt. Meine Wertung: + + + + + |
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