| Das Wunderwerk oder The RE -Mohammed-TY-Show nach dem Theaterstück von Christian Lollike aus dem Dänischen von Gabriele Haefs Regie: Antje Vowinckel SWR 2008 ![]() Mit (von li. n. re) Sprecherin 1 (Mira Partecke), Sprecher 3 (Fabian Busch), Sprecher 4 (Barnaby Metschurat), Sprecherin 2 (Laura Maire), Antje Vowinckel (Regie) Bild: SWR/Monika Maier Der Autor Christian Lollike entwickelte seinen Text ausgehend von dem umstrittenen Zitat Karlheinz Stockhausens zum 11. September 2001: „Was da geschehen ist, ist — jetzt müssen Sie alle Ihr Gehirn umstellen — das größte Kunstwerk, das es je gegeben hat.“ Ist es die Wirklichkeit, die heute die größten Kunstwerke schafft? Christian Lollike verwendet theoretische Abhandlungen, journalistische Reportagen, philosophische Diskurse, Reklameslogans und Filmzitate und schickt seine Figuren mit diesem Material auf die Suche nach dem „Wunderwerk“. Es soll nicht so falsch und gespielt sein wie die Reality-TV-Shows, die „RE-Mohammed-TY-Shows“. Es soll echt sein und wahr: „Das WUNDERWERK wirft die Frage auf: WÜNSCHT SICH DER MODERNE MENSCH IM GRUNDE DIE KATASTROPHE? WEIL DIE KATASTROPHE DIE PANIK ERREGT, DIE DAFÜR SORGT, DASS WIR ENDLICH ETWAS ANDERES ALS GLEICHGÜLTIGKEIT EMPFINDEN?“ Es ist das Stück „Die Fremden“, das die Figuren proben und mit dem sie ein „Wunderwerk“ zu erschaffen hoffen. Das Publikum soll aber nicht lernen, sich in Fremde hineinzuversetzen und toleranter zu werden, sondern es soll sich besser fühlen. Denn hat das Publikum nicht schon allein dadurch, dass es kommt, um sich das Stück anzuhören, alles getan, um sich in Fremde hineinzuversetzen? „Das Wunderwerk oder The RE-Mohammed-TY-Show“ wurde in Dänemark als Meisterwerk gefeiert und war gleichzeitig Anlass für kontroverse öffentliche Diskussionen. Thematisch hochbrisant, mit schwarzem Humor und sprachlich versiert wirft es ein Schlaglicht auf den Komplex von Kunst, Glauben und Terror. Christian Lollike geboren 1973 in Dänemark, ist Gründungsmitglied von „The Sheriff“, einer Gruppe, die dem vorhersehbaren Theater den Kampf angesagt hat. Im Jahre 2001 schloss er sein Studium des Szenischen Schreibens am Theater Aarhus ab. Zu seinen Werken zählen Hörspiele, Drehbücher und mehrere Theaterstücke, von denen der Einakter „Reunion in Brunau“ im Jahre 2000 am Theater Aarhus uraufgeführt wurde. Seine Theaterstücke behandeln Themen, die, so Lollike, in der dänischen Gesellschaft zu selbstgerecht diskutiert werden: „Verzeihung, ihr Alten, wo finde ich Zeit, Liebe und ansteckenden Irrsinn?“ (2003), „Sexy Sally“ (2004), „Dogville“ nach Lars von Triers Film (2005 in Deutschland uraufgeführt). Die dänische Hörspielproduktion von „Das Wunderwerk oder The RE-Mohammed-TY-Show“ wurde im Herbst 2006 in Berlin mit dem Prix Europa als „Bestes europäisches Hörspiel des Jahres 2006“ ausgezeichnet. |
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