Der Assistent
von Paul Plamper und Nils Kacirek

Musik: Nils Kacirek
Realisation: Paul Plamper
WDR / DLF / hr 2009
54 Min.




Mit Ute Seidel, Milan Peschel, Margarita Broich, Cristin König, Ute Kirchhelle, Melanie Lux, Christina Krey, Danny Bruder, Sebastian Alshut, Eckhard Müller und Volker Spengler



Ein Mann aus der Wirtschaftswelt hat mit allem gebrochen und will nun etwas Soziales tun. Er sucht sich einen neuen Job bei einem ambulanten Dienst, als Assistent einer komplett gelähmten Frau. Sie braucht Hilfe - rund um die Uhr - um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Ihre Privatsphäre wird damit sein Arbeitsplatz. Paul Plamper und Nils Kacirek erzählen vom Aufeinandertreffen eines ungleichen Paares. Im Mikrokosmos einer sozialen Dienstleistung spürt ihr neues Hörspiel den Machtstrukturen nach und führt uns in einen Konflikt, der die Grenzen zwischen behindert und nicht-behindert aufzulösen scheint.

Paul Plamper, Berlin, ist Hörspielmacher, ausgezeichnet u. a. mit dem Prix Europa („TOP HIT leicht gemacht“, wdr/ndr 2002) und dem Hörspielpreis der Kriegsblinden („RUHE 1“, wdr/Museum Ludwig 2008).

Nils Kacirek, Hamburg, ist Komponist: Film-, Fernsehmusiken, CD-Veröffentlichungen, u. a. mit plexiq. Bis 2006 Mitglied der Band Station 17. Mit Plamper realisierte er zuletzt „Henry Silber geht zu Ende“ (wdr 2003).


Bemerkungen:

Paul Plamper ist immer für ein interessantes und hörenswertes Hörspiel gut. Mit "Der Assistent" bestätigt er wieder diesen Eindruck. Sein Protagonist ist in der Wirtschaftswelt gescheitert und möchte sich im sozialen Bereich beweisen. Mit viel Enthusiasmus geht er an die Sache heran und wird zum Assistent für eine gelähmte Frau; er ersetzt ihr Arme und Beine. Das Ganze lässt sich gut an, die Stimmung kippt jedoch langsam aber stetig. Die gute Beziehung zueinander schlägt schnell in Hass und Angst um.

Paul Plamper erzählt die Geschichte sehr glaubhaft. Den extremen Wechsel wird fundiert dargestellt und lässt sich so gut nachvollziehen.

Ein höchst interessantes Hörspiel, dass viele Facetten und Konflikte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung thematisiert. Plamper bearbeitet dieses Feld umfangreich, erzählt dabei aber eingängig und ohne übertriebenen moralischen Zeigefinger.

Meine Wertung: + + + +
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