| Der Berg, über den kein Vogel fliegt Von Kai Grehn Komposition: Tarwater Regie: Kai Grehn SWR/Theater Basel 2009 79 Min. Mit: Vincent Leittersdorf, Steve Karier, Katja Reinke, Pascal Lalo ![]() Pascal Lalo und Vincent Leittersdorf Bild: SWR/Monika Maier Das Stück, dessen Bühnenversion Ende Februar vom Badischen Staatstheater Karlsruhe und vom Theater Basel uraufgeführt wird, spielt in der Todeszone, in einer Höhe über 7000 Meter. Es handelt von einem Mann, der beim Besteigen des Berges auf eine ausgesetzte Felsterrasse stürzt und, schwer verletzt, gegen Schnee und Kälte, gegen Halluzinationen und Sauerstoffmangel, gegen Ausgeliefert- und Gefangensein ums Überleben kämpft. Ausgehend von eigenen Erlebnissen während einer Himalaya-Expedition im Jahr 2004, entwickelt der Autor ein gänzlich unromantisches Bergsteiger-Drama. Nah an inneren wie äußeren Abgründen, von Auskühlung tödlich bedroht, gerät Grehns Verunglückter in existenzielle Auseinandersetzungen mit realen wie eingebildeten Gesprächspartnern. Es geht um die Faszination der Höhe, um Grenzerfahrungen und um eine Glückssuche jenseits alltäglicher Ebenen. Bemerkungen: Kai Grehn gehörte zu den Künstlern, die an der dramatischen Himalaya-Expedition im Jahre 2004 teilgenommen haben, die Kai-Uwe Kohlschmidt in seinem bewegenden Hörspiel "Nanga Parbat" bereits beschrieben hat. Die Erfahrung nutzt Grehn, um die Geschichte eines in Gefahr geratenen Bergsteigers zu erzählen. Ihm gelingt es, trotz aller Bedrohlichkeit, auch die Faszination für ein solches Wagnis - und die dadurch bedingten Wechselwirkungen - darzustellen. Das Stück ist größtenteils als Monolog gehalten, wird aber immer wieder von realen oder fiktiven Dialogen unterbrochen. Die Trennung bleibt für den Hörer klar, für den Protagonisten verschwimmen die Grenzen. Vincent Leittersdorf spielt den verschollenen Bergsteiger sehr glaubwürdig. Es gelingt ihm, die Gefühlslagen und bzw. das jeweilige Empfinden für Realitäten gut zu vermitteln. "Der Berg, über den kein Vogel fliegt" ist ein Hörspiel, dass den Hörer nicht kalt lässt. Es ist gleichermaßen spannend und bewegend, auch wenn die Geschichte sich an der einen oder anderen Stelle (bewußt) leicht verliert. Meine Wertung: + + + + |
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