Arthur Conan Doyle

Der blaue Karfunkel oder Die Weihnachtsgans


Aus dem Englischen von Ruth von Marcard/John Lackland
Bearbeitung: Michael Hardwick
Komposition: Peter Zwetkoff
Regie: Heinz-Günter Stamm
BR 1962
37 Min.

Enthalten auf:



Sherlock Holmes: Peter Pasetti
Dr. Watson: Claus Behrendt
James Ryder: Hans Clarin
Maggie Oakshott: Marlies Schoenau
Mr. Harry Baker: Harry Hertzsch
Erwin Faber, Wolfgang Dörich, Elmar Wepper, Klaus W. Krause


Dr. Watson, inzwischen in den Ehestand getreten, besucht seinen exzentrischen Freund in der Baker Street am zweiten Morgen nach Weihnachten. Aus dem feiertäglichen Anlaß des Besuchs bei Sherlock Holmes wird jedoch im Handumdrehen kriminalistischer Ernst; denn die Weihnachtsgans, die Holmes durch den Dienstmann Peterson am Weihnachtsmorgen ins Haus beschert wurde, hat es in sich. Mit ihr hatte Peterson einen ramponierten Hut gebracht - beides Hinterlassenschaften eines Mannes, der auf der Straße angefallen worden war und sich selbst aus dem Staub gemacht hatte, als der Dienstmann ihm beispringen wollte. Während Holmes die verderbliche Gans als Weihnachtsbraten in der Familie des ehrlichen Finders am besten aufgehoben weiß, zerbricht er sich selbst den Kopf über den Hut des flüchtigen Unbekannten und kann dem staunenden Watson eine Menge an Schlußfolgerungen vorführen, aus sportlichem Interesse sozusagen. Daß ein veritabler Kriminalfall hinter der Sache steckt, wird klar, als Peterson erscheint, und den seltsamen Inhalt des Gänse-Kropfes präsentiert: einen Diamanten, der sich als jener blaue Karfunkel aus der Schmuckschatulle der Gräfin von Morear erweist, dessen Diebstahl zu den neuesten Sensationsmeldungen der Presse gehört. Ein Verdächtiger sitzt längst hinter Gittern und seine Vorstrafen lassen die Sache als klaren Fall erscheinen. Freilich bedarf es Holmes'scher Deduktions-Methoden, um dem wahren Täter auf die Spur zu kommen


Arthur Conan Doyle (1859-1930), Arzt und Schriftsteller. Erfinder des Meisterdetektivs Sherlock Holmes. Fortleben der Figur u.a. in Filmen, Bühnenstücken, Parodien. Werke u.a. Der Hund von Baskerville (1901), Das Tal der Angst (1914/15).

Michael Hardwick (1924-91), engl. Schriftsteller. Bearbeitung von Doyle-Krimis u.a. Aus der Chronik des Dr. Watson 1-6 (BR 1968).


Bemerkungen:

Das weihnachtliche Thema macht "Der blaue Karfunkel" zu einem regelmäßigen Gast im Weihnachtshörspielprogramm. Damit dürfte diese Produktion eine der meistgesendeten, und damit auch eine der bekannsten Umsetzungen von Geschichten des Meisterdetektivs sein.

Es ist aber auch gleichzeitig eines der besten Hörspiele, zumindest was die Vertonung von Kurzgeschichten betrifft. Das liegt daran, dass viele typische Elemente hier Verwendung finden, ohne dass man sich diesbezüglich irgendwelcher Flachheiten hingäbe.
Es beginnt mit Holmes' herausragender Fähigkeit von Gebrauchsgegenständen auf dessen Besitzer zu schließen, bringt einen verzwickten Fall, den Holmes natürlich in allen Details löst und den Täter überführt und stellt am Ende noch Holmes Sinn für seine eigene Gerechtigkeit dar, die nicht immer mit dem geltenden Recht in Einklang stehen muss.

Es ist somit eine sehr interessante und unterhaltsame Geschichte, die hier in einer guten halben Stunde erzählt wird. Man hätte vielleicht noch ein bisschen zugeben dürfen, um den etwas raschen Wechsel zwischen Lösung und Überführung des Täters ein wenig zu entzerren.

Neben dem berühmten und über alle Zweifel erhabenen Holmes/Watson-Duo Pasetti und Behrendt, ist es hier insbesondere Hans Clarin, der mit der gelungenen Darbietung des James Ryder auf sich aufmerksam macht.

Die Umsetzung bringt eine gute Geräuschkulisse mit sich. Man muss hier natürlich das Produktionsjahr mitberücksichtigen, aber dennoch gelingt es, die Hintergründe sehr gut und nachvollziehbar darzustellen.


Ein Holmes-Fall mit Peter Pasetti ist immer Grund genug, das Radio einzuschalten. Nicht allein wegen ihm, aber in den Hörspielen, in denen er den englischen Detektiv spielt, stimmt auch der Rest.
 
 
Meine Wertung: + + + +

       
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