Der Coup
  Autor: Philip Kerr
  Produktion: DRS 2007
  Bearbeitung und Regie: Michela Gösken
  Musik: Tobias Wagner
  Länge: 108 Min.


Mitwirkende:

Erzähler: Klaus Brömmelmeier
Bob Clarenco: Vincent Leittersdorf
Eve Merlini: Katharina von Bock
Calvin Wallenberg: Norbert Schwientek
Maria Montoya: Cathrin Störmer
Samantha Heinichen: Linda Olsansky
Eliot Massinger: Michael Schacht
Murray Drennan: Peter Kner
Errol Laurenson: Urs Bihler
Rupert Sterne: Gilles Tschudi
Andy Hogarth: Ludwig Boettger
Nick Pennack: Edward Piccin
Andrej Busiek: Gottfried Breitfuss
Joe Jacobson: Jürgen Cziesla
Ford Sarmenington: Albert Freuler
Don Volovsky: Helmut Vogel
Fotografin: Michaela Gösken
Tom Zander: Heiner Hitz
Janine Zander: Barbara Magdalena Ahren
US-Präsident: Andreas Müller
Cele Mac Brazel: Anna-Lena Doll

u.a.

Inhalt:

Bob Clarenco hat es erwischt. Nach einem Börsen-Crash ist seine Security-Firma plötzlich nur noch lächerliche 20 Millionen Dollar wert. Doch Bob, der diesen Absturz ins Reichen-Proletariat nicht verkraftet, entwickelt einen perfiden Plan: Ziel ist das Jahrestreffen der 21 reichsten Männer der Welt. Clarenco und sein Team nehmen die Milliardäre als Geiseln und via Webcam wird die Weltöffentlichkeit über die Forderungen der Geiselnehmer – u.a. die Auflösung der WTO und der totale Schuldenerlass für die 3. Welt – informiert. Weltwirtschaft und Politik sind in ihren Grundfesten erschüttert, es kommt zu dramatischen Reaktionen. Aber hat Clarenco mit seinem Coup wirklich politische Motive, oder verfolgt er ganz andere Interessen?

Der schottische Bestseller-Autor Philip Kerr (geb. 1956) legt mit ‹Der Coup› einen brisanten Thriller vor, der mit den realen Risiken der globalisierten Wirtschaft ein böses Spiel treibt.
Bemerkungen:
Philip Kerr erzählt hier einen Krimi der in den höchsten Wirtschaftskreisen spielt. Seine rabenschwarze Geschichte, die zwar fiktiv ist, aber durchaus nicht jeder realen Grundlage entbehrt, fesselt sowohl inhaltlich, als auch in der Darstellung.

Michela Gösken hat es geschafft, dem Roman eine Hörspieladaption zu entlocken, die mit sehr einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln das Hörinteresse auf sich zieht. Als Beispiel sei hier der in die Handlung integrierte Erzähler genannt. Obwohl der raumgreifende Einsatz oft ein wenig unschön wirkt, gelingt es durch diesen Kniff, diesen Makel zum umgehen.

Überhaupt sind es die Sprecher, die dem ganzen eine recht pfiffige Note geben. Sie transportieren das Augenzwinkernde der Erzählung recht gut ohne dabei die Glaubwürdigkeit ihrer Rollen zu verlieren. Sie wirken, obwohl die meisten zwar in DRS-Produktionen immer wieder mal auftauchen und entsprechene Routine besitzen, man sie aber sonst ihre Stimmen kaum kennt, recht frisch und unverbraucht.

Bei der Ausgestaltung der Kulissen geht es eher zurückhaltend zu. Man beschränkt sich hier weitestgehend auf die Musikuntermalung mit Stücken von Tobias Wagner. Diese passen zwar zum Plot, unterstützen aber weniger die Handlung atmosphärisch, sondern dienen lediglich als zweckmäßige Zwischenmusik.

Ein inhaltlich sehr gutes Hörspiel, dass insbesondere auch mit einer pfiffigen Skriptbearbeitung überzeugt. Ein paar kleinere Abstriche muss man eigentlich nur bei der technischen Umsetzung machen, gerade bei der Untermalung der Szenen mit Musik und Geräuschen hätte wäre ein wenig mehr Detailverliebtheit wünschenswert gewesen.

 

meine Wertung: + + + +

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