| Der Desaster-Club
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Autor: |
Ingomar von Kieseritzky |
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Produktion: |
BR 1985 |
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Regie: |
Dieter Hasselblatt |
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Länge: |
62 Min. |
Mitwirkende: |
Ernst Jacobi, Martin Semmelrogge, Elisabeth Endriss, u.a.
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Inhalt: |
"Der Desaster-Club" spielt Ende des 18. Jahrhunderts.
In der Umgebung des Philosophen und Empiristen Bickle häufen sich
im Lauf des Jahres diverse Katastrophen und führen ihn zu der
Einsicht, dass die Ideen über Katastrophe, Debakel, Unglück,
Unfall, Desaster oder Fiasko noch nicht ausreichend geordnet sind. Der
Gelehrte ruft den Desaster-Club ins Leben. Dessen Mitglieder sitzen
zusammen und reden ununterbrochen. Doch ihre Kommunikation ist mehr ein
Parlando als ein wechselseitiges Gespräch über das Schicksal,
die Vorbestimmung und leibliche Genüsse. Kontrastiert von den
beschriebenen Sinnesfreuden entwickeln die Figuren eine verbindliche
Theorie der Katastrophe.
Ingomar von Kieseritzky umkreist erneut das in seinem Werk
vorherrschende Grundmotiv: der Spleen und die Marotte als die
eigentlichen Triebfedern des Menschen. Die Sprache des Schriftstellers
ist unverwechselbar: Kieseritzky jongliert mit Wortbedeutungen, streift
das Erotische, häuft Fremdwort auf Fremdwort und führt immer
wieder ein absurdes Wissenschaftskauderwelsch vor.
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Bemerkungen:
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Ingomar von Kieseritzky hatte offensichtlich sehr viel
Spaß daran, sich das Thema "Desaster" umfassend mit Hilfe eines
Hörspiels zu erarbeiten. Er lässt seine Figuren hierüber
philosophieren, in dem er ihnen jeweils bestimmte Arten von
Katastrophen zuordnet. Das Ganze ist dabei extrem überlastet und
dreht sich permanent im Kreis, so dass der Hörer hier auch sehr
schnell die Lust verliert.
Auch die Szenerie in der er seine Figuren setzt und die aufgesetzte
Sprache lassen das Ganze schnell ins Geschwafel münden, was auch
nicht wirklich zum Hörinteresse beiträgt.
Ungewöhnlich für das Radio, dass man sich mal eine richtige
Fehlbesetzung leistet. Martin Semmelrogge hat in diesem Stück
eigentlich überhaupt keinen Platz, seine schnoddrige Sprache passt
absolut nicht zu dem gestelzten Text.
Nicht ganz unüblich für das Radiohörspiel: Eine gute
Idee wird vollkommen ausge- und damit überreizt. Hier packt man
viel zuviel Inhalt (auch wenn es faktisch immer das Gleiche ist) in ein
Hörspiel, das man zudem noch in eine sehr spröde und
unzugängliche Form presst. Manchesmal wären einfachere Wege,
die sinnvolleren....
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