Der Dieb der süßen Dinge
  Autor: Andrea Camilleri
  Produktion: SWR 2001
  Regie: Leonhard Koppelmann
  Bearbeitung: Daniel Grünberg
  Musik: Henrik Albrecht
  Länge: 88 Min.
 

Mitwirkende:

Commissario Montalbano: Gerd Wameling
Erzähler: Horst Mendroch
Livia: Frauke Poolman
Signora Lapecora: Karin Schröder
Fazio: Torben Kessler
Augello: Max Volkert Martens
Professore Rahman: Patrick Blank
Marzachi: Horst Hildebrand
Nino Lapecora: Hüseyin Cirpici
Cosentino: Klaus Herm
François: Nicolas Klaus
Signora Piccirillo: Ruth Köppler
Valente: Volker Lippmann
Aisha: Margarete Salbach
Gallo: Frank Stöckle
Signora Cozzo: Jana Wesselmann
Pandolfo: Charles Wirths
Questore: Helmut Wöstmann
Friedrich von Bülow, Reinhart von Stolzmann, Udo Schuster, Matthias Spranger, Berth Wesselmann

Inhalt:

Commissario Salvo Montalbano aus Vigàta/Sizilien kann sich über Mangel an Arbeit nicht beklagen. An einem Tag geschehen gleich zwei Verbrechen in dem malerischen Küstenstädtchen: Auf einem Fischerboot wird während einer nächtlichen Ausfahrt ein Tunesier erschossen, und im Aufzug eines Wohnhauses wird der pensionierte sizilianische Geschäftsmann Lapecora erstochen aufgefunden. Auf den ersten Blick haben die beiden Verbrechen nichts gemeinsam, bis Commissario Montalbano ein drittes "Verbrechen" aufklärt: Seit ein paar Tagen sorgt ein Dieb - offensichtlich ein kleiner Junge - für Aufregung im Ort. Er klaut den Schulkindern die Pausenbrote und die "süßen Dinge".

Bemerkungen:

Die Fälle des Commissario Montalbano leben von viel italienischem Flair, das in den Roman mitschwingt und zum Glück auch nicht von den Hörspielmachern vergessen wird. Man lässt auch hierviele Dinge im Skript, die zwar nicht unbedingt den Fall an sich voranbringen, die aber das besondere Ambiente sehr unterstützen. Natürlich hilft hier auch die exzellente musikalische Untermalung, bei der Henrik Albrecht mal wieder beweist, dass er stets in der Lage ist, Musiken zu komponieren, die sowohl das Thema allgemein, als auch die Stimmung der einzelnen Szenen transportieren können.

Das gute und stimmige Flair lenkt ein wenig von den etwas zu großen Zufällen im Fall an sich ab. Der ist zwar nicht schlecht, aber dadurch, dass hier fast nur Elemente, die hier auf merkwürdige Art zusammengehören, auftauchen, wirkt das Ganze doch etwas unglaubwürdig. Ansonsten hat der Fall alles, was einen guten Krimi auszeichnet: Eine rätselhafte und verworrene Geschichte, einen unbequemen Protagonisten und eine sehr eindringliche Erzählweise.

Vieles des guten Hörklimas ist auch den beiden Hauptsprechern Gerd Wameling und Horst Mendroch zu verdanken. Sie verstehen es, dem Stück einen sehr passenden Stempel aufzudrücken und sorgen dafür, dass das Flair des Hörspiels ordentlich Futter bekommt. Überhaupt greift man hier auf eine  Sprecherriege zurück, die in keinem Fall den Hauch eines Makels erkennen lässt.  Gute Leistungen und gute Besetzungen, was will man mehr.


Der Krimi lebt hauptsächlich von der gelungenen Atmosphäre. Der Fall an sich konnte mich dagegen nicht  so ganz überzeugen, da ging mir hier und da eine Verknüpfung zu glatt von der Hand.  Sieht man davon ab, ist die Geschichte aber recht spannend und kann für entsprechend gute Unterhaltung sorgen.

 

 

Meine Wertung: + + +

 

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