Alfred Bergmann
Der dunkle Punkt

Bearbeitung: Erwin Weigel/Gudrun Skupin
Regie: Erwin Weigel
BR 2001
48 Min.

Mit Michael Roll, Sophie von Kessel, Laura Maire, Tommaso Amato, Luigi Tortora



Markus Fiedler steht in seiner Karriere als Showmaster kurz vor seinem ganz großen Durchbruch. Um auszuspannen hat er sich in die Abgeschiedenheit seines Ferienhauses in Italien zurückgezogen. An Entspannung aber ist hier nicht zu denken, denn die junge Journalistin Nina Hofer taucht auf und beginnt, ihm ziemlich unangenehme Fragen zu stellen. Betreff: der Tod der 14jährigen Angela Garuda. Auf einer Autogrammkarte mit einer sehr persönlichen Widmung ist die Verbindung von Fiedler und Angie unmissverständlich dokumentiert.

Hofer hakt nach und treibt den TV-Star mit ihren Fragen so in die Enge, dass er bald um seine Karriere fürchten muss. Fiedler bleibt nur der Ausweg in die Offensive, wobei er unter Beweis stellt, dass er nicht nur ein erfolgreicher Showmaster, sondern auch ein abgebrühter Schauspieler ist.


Alfred Bergmann, geb. 1940, Autor. Hörspiele, Theaterstücke, Erzählungen, Drehbücher. Übersetzungen aus dem Italienischen. Hörspiele u.a. Zikaden sind Einzelkämpfer (BR 1996).



Bemerkungen:

"Der dunkle Punkt" ist eines der letzten Krimihörspiele, die der BR vor der Neuorientierung seines diesbezüglichen Programms, produzierte. Alfred Bergmann erzählt hierin eine durchaus hörenswerte Geschichte, die aus zwei Aspekten für Spannung sorgt. Zum einen ist es das Spiel des Markus Fiedler um seine Reputation, in dem er versucht, die Journalistin Nina Hofer auf seine Seite zu ziehen, zum anderen sind es die Hintergründe des Todes von Angela Garuda, die den Hörer interessieren.

Michael Roll spielt dabei den Markus Fieder wirklich gut, es gelingt ihm die Balance zu halten, um zum einen gegenüber Nina Hofer den aufrichtigen und ahnungslosen Moderator zu geben, zum anderen gegenüber dem Hörer seine dunkle Seite glaubhaft zu verkörpern. Auch Sophie von Kessel hat eine ähnliche Position, sie muss die - zugegeben: inhaltlich etwas  gewöhnungsbedürftige - Wandlung von der harten Journalistin zur verliebten Mäuschen ausfüllen, was ihr auch unter den Rahmenbedingungen einer recht knappen Spielzeit auch gut gelingt.
Diese Leistungen werden allerdings von Laura Maire noch getoppt, die hier die emotionsgeladene und flippige Angela in jeder Sequenz exzellent darstellt.

Ein recht guter Krimi, der für eine knappe Radiostunde spannender Unterhaltung sorgen kann.
   
Meine Wertung:  + + +
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