Der einzige Ort
Von Thomas Stangl
Mit Oumar Koita, Marlen Diekhoff, Peter Jordan, Hans Löw, Gerhard
Garbers, Hille Darjes, Anne Weber, Céline Fontanges und Kerstin
Hilbig. Regie: Corinne Frottier
Die Stadt, am südlichen Rand der Sahara gelegen, sollte sagenhafte
Reichtümer und Paläste bergen. Und tatsächlich entstand
hier, unweit des mächtigen Niger und am Schnittpunkt bedeutender
Handelsstraßen, bereits im 15. und 16. Jahrhundert eine
Wüstenmetropole, wie kaum ein europäisches Auge sie jemals
sah. Noch heute ist die malische Stadt Timbuktu auf dem Landweg nicht
ganz leicht zu erreichen. In früheren Jahrhunderten jedoch blieb
es allein den Verwegensten vorbehalten, eine Expedition nach Timbuktu
zu wagen.
Von Tripolis aus macht sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts der
schottische Major Alexander Gordon Laing mit einer gewaltigen Karawane
auf den Weg. Wenig später erreicht der als Araber verkleidete,
französische Abenteurer Rene Caillié vom Senegal aus
ebenfalls diesen magischen Ort. Der Mythos von Timbuktu allerdings
entpuppt sich als Fata Morgana, die Stadt ist mittlerweile ein
heruntergekommenes Wüstenkaff. Doch Caillié überlebt
im Unterschied zu Laing, der ermordet wird, die unglaublichen Strapazen
und kehrt nach Frankreich zurück.
Mit der Schilderung der Sehnsucht nach dem Unbekannten, am Schnittpunkt
zwischen Kolonialismus und privater Selbsterfahrung, gelang dem 1966 in
Wien geborenen österreichischen Autor Thomas Stangl eine
faszinierende Spiegelung des frühen europäischen Exotismus
und zugleich die wortmächtige und bildgewaltige Beschreibung eines
kulturellen Raumes. Sein Romanerstling "Der einzige Ort" wurde von der
Kritik geradezu enthusiastisch gefeiert.
Die Regisseurin Corinne Frottier hat den umfangreichen Text bearbeitet
und für den Norddeutschen Rundfunk als Hörspielzweiteiler
inszeniert
Produktion NDR 2006