Der Fall Deruga
  Autor: Ricarda Huch
  Produktion: DLR Berlin 1998
Regie: Patrick Blank
  Länge: 69 Min.

Mitwirkende:

Dietmar Mann, Dietmar Mues, Lothar Blumhagen


Inhalt:
Das Hörspiel entstand nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Ricarda Huch aus dem Jahr 1917. Der Arzt Dr. Deruga ist angeklagt, seine frühere Frau vergiftet zu haben. In ihrem Testament hatte die an Krebs leidende Mingo Swieter ihren geschiedenen Mann zum Alleinerben ihres beträchtlichen Vermögens bestimmt. Die Ermittlungen ergeben, dass sich Dr. Deruga zur Tatzeit nicht in seinem Wohnort Prag aufhielt, sondern in München, wo Mingo Swieter lebte. Das Gericht muss einen ungewöhnlichen und verwickelten Fall entscheiden.

Ricarda Huch, 1864 in Braunschweig geborene Schriftstellerin und Historikerin, verfasste Dramen, Erzählungen, Gedichte und Romane. 1933 Austritt aus der ‚Preußischen Akademie der Künste‘ aus Protest gegen den Nationalsozialismus. Werke u.a.: „Die Romantik“ (1908), „Michael Bakunin und die Anarchie“ (1923), „Herbstfeuer“ (1944). 1947 in Frankfurt a. M. gestorben. 

Bemerkungen:

"Der Fall Deruga" ist ein sehr spannendes Gerichtsdrama, das das nicht unübliche Stilmittel der Aufarbeitung und Lösung eines Falles vor Gericht sehr perfekt nutzt, um eine sehr gute Geschichte angemessen zu erzählen. Sehr gut transportiert das Team um Patrick Blanck den Roman aus dem Jahr 1917 in eine zeitlose Umgebung. Auch die schnörkelose Umsetzung, die fast ausschließlich auf die erstklassige schauspielerische Leistung der Beteiligten setzt, sorgt dafür, dass dieses Stück für viele Hörer kompatibel bleibt.

Eine Reduzierung auf das Wesentliche - eine gute Geschichte, die von sehr gut agierenden Schauspielern transportiert wird - ist der Schlüssel zu einer sehr empfehlenswerten Produktion. "Der Fall Deruga" ist spannend, emotional und damit ein guter Grund, das Radio einzuschalten.
     
Meine Wertung: + + + +
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