Der gewöhnliche Weg (Le Circuit Ordinaire)

Nach dem gleichnamigen Theaterstück von
Jean-Claude Carrière

Übersetzung aus dem Französischen: Annette und Paul Bäcker
Regie: Norbert Schaeffer
NDR 2008
 

Ein neuer junger Führungsoffizier des Geheimdienstes hat einen langjährigen, verdienten Informanten in sein Büro einbestellt. Der hat seit Jahren Tausende Menschen bespitzelt und denunziert. Doch nun wird er von seinem neuen Vorgesetzten mit Briefen konfrontiert, die ihn belasten. Unvermittelt sitzt er nun auf der Anklagebank. In die Enge getrieben gesteht er, dass er diese Denunziationen auf Befehl seines alten Führungsoffiziers selber verfasst hat. So – das Kalkül – könne er nicht verdächtigt werden, für den Sicherheitsdienst tätig zu sein. Wie aber kann er beweisen, dass er der Verfasser der ihn belastenden Schreiben ist? Ein Katz- und Mausspiel beginnt, in dem sich beide belauern, Finten schlagen, falsche Spuren legen. Der französische Autor zeigt mit analytischer Präzision die Mechanismen von Denunziation und Manipulation auf, die nicht nur in einem totalitären Staat funktionieren.
 
Jean-Claude Carrière, am 19. September 1931 in Colombières-sur-Orb, Hérault geboren, ist einer der bedeutendsten französischen Drehbuchautoren und Schriftsteller. Er hat Romane, Theaterstücke und mehr als 60 Drehbücher verfasst, unter anderem für Luis Bunuel, Jean-Luc Godard, Louis Malle, Volker Schlöndorff, Peter Brook u.v.a. Seit 1986 ist er Präsident der Hochschule für Film und Audiovision in Paris.


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