Der Graf von Monte-Cristo 
Von Alexandre Dumas d. Ä.
Bearbeitung: Helmut Peschina
Regie: Walter Niklaus
Komposition: Mario Peters
MDR/BR/ORF 1997
177 Min.




Erzähler: Ernst Jacobi
Edmont Dantés: Mathieu Carrière
Soldat: Jörg Dathe
Kerkermeister: Thomas Thieme
Inspector: Peter Fricke
Abbé Faria: Thomas Holtzmann
Arzt: Uwe Manske
Caderousse: Bert Franzke
Jacopo: Wolfgang Winkler
Patron: Hans-Joachim Hegewald
Herr von Moncerf: Wolfgang Pampel
Frau von Moncerf: Corinna Kirchhoff
Albert von Moncerf: Lutz Herkenrath
Herr von Villefort: Jürgen Hentsch
Frau von Villefort: Angelica Domröse
Valentine Villefort: Frauke Poolman
Baron Danglars: Ulrich Wildgruber
Frau Danglars: Ellen Hellwig
Maximilian Morel: Cornelius Obonya
Bertuccio, Kammerdiener: Thomas Wolff
Andrea Cavalcanti: Götz Schulte
Doktor: Horst Hiemer
Franz von Epinay: Peer-Uwe Teska
Notar: Fred Alexander
Haydee: Conny Wolter
Beauchamp, Journalist: Wilhelm Eilers
Präsident der Pairskammer: Manfred Steffen
Dolmetscher: Walter Jäckel
Präsident des Gerichtshofes: Walter Niklaus
Bandit: Martin Semmelrogge
Offizier: Axel Thielmann
Eugenie Danglars: Susann Thiede
u.v. a.



Im Jahre 1815 wird in Marseille der junge Seemann Edmond Dantès, Zweiter Offizier auf der "Pharaon", vom Fleck weg verhaftet und in die Kerkerlöcher der Festungsinsel If verbracht - wie es aussieht, auf immer. Doch unter seinen Mitgefangenen befindet sich ein gewisser Abbé Faria, der in langwährender Arbeit einen Gang bis in seine Zelle gräbt und für wahnsinnig gilt. Ihm verdankt Dantès Klarheit darüber, wer und was ihn zu Fall gebracht hat: nämlich die verleumderische Beschuldigung pronapoleonischer, hochverrätischer Umtriebe durch seine beiden Rivalen, den Fischer Fernand, der wie er um die schöne Katalanin Mercedes wirbt, und den Buchhalter Danglars, der ihm die Gunst ihres Reeders Morrel missgönnt. Ein Komplott, zu allem Unglück befördert vom geheimen Interesse des Staatsanwalts von Villefort, einen Stolperstein auf seiner eigenen Laufbahn aus dem Weg zu räumen. - Doch nicht allein das: Der sonderbare Abbé vermacht ihm darüber hinaus ein ungeheures Vermögen, welches auf der Insel Monte-Cristo versteckt liegt. Und er verschafft ihm schließlich durch seinen Tod sogar die Freiheit, denn es ist der Sack, mit dem der Leichnam des Abbés ins Meer geworfen werden soll, mittels dessen Dantès nach vierzehn Jahren Haft die Flucht gelingt. Jetzt brennt er auf Rache. Dennoch bezähmt er über acht Jahre sein Herz, während derer er als "Graf von Monte-Cristo" die Welt bereist und unbemerkt alle nur denkbaren Erkundigungen über seine Widersacher einzieht.


Fast ein Vierteljahrhundert nach seiner Verhaftung, acht Jahre nach seiner Flucht aus der Festung If, kommt Edmond Dantès zu Beginn des Jahres 1838 nach Paris. Als Graf von Monte-Cristo erregt er seiner märchenhaften Reichtümer wegen überall großes Aufsehen. Schon bald steht er auf vertrautem Fuße mit einigen der hochangesehensten Familien. Es sind die seiner drei Todfeinde. Der einstige Fischer Fernand, er hat Mercedes, Edmonds Braut, gereiratet, hat es bis zum Grafen von Morcerf und Mitglied der Pairskammer gebracht. Dank verpflichtet ihn Monte-Cristo, der seinen Sohn Albert von Morcerf in Rom aus den Händen von Banditen gerettet hat. Der Buchhalter Danglars ist inzwischen Baron und der reichste Bankier der Stadt. Der Graf vertraut ihm nicht nur seine beträchtlichen Geldgeschäfte an, sondern gibt ihm auch einen äußerst vermögenden Schwiegersohn, mit dem allerdings weiter nicht bekannten Namen Andrea Cavalcanti, an die Hand. Und auch Staatsanwalt von Villefort ist längst nicht mehr in Marseille. Doch selbst als Generalstaatsanwalt des Königs kommt er nicht umhin, der Einladung des Grafen von Monte-Cristo in eben jenes Landhaus in Auteuil zu folgen, in dessen Garten er einst einen einer geheimen Affäre entstammenden Sohn gleich nach der Geburt vergraben hat. Noch weiß er nicht, dass der Junge wie durch ein Wunder am Leben gelieben ist. Noch weiß er auch nichts von dem Fläschchen mit Gift, das seine Frau von Monte-Cristo als Arznei erbat, und er kann keinen Zusammenhang herstellen zu den plötzlichen Todesfällen, die sich in seinem Hause häufen und einen schrecklichen Verdacht auf seine Tochter Valentine fallen lassen.

Fernand von Morcerf wird in der Sitzung der Pairskammer beschuldigt, einst als französischer Instrukteur die griechischen Verbündeten an die Türken verraten und den Befehlshaber ermordet zu haben. Dessen Tochter, die Monte-Cristo aus der Sklaverei freigekauft und nach Paris geholt hat, kann ihn überführen. Morcerf schießt sich eine Kugel in den Kopf. Albert von Morcerf fordert daraufhin den Grafen. Doch seiner Mutter, der Mercedes von einst, gelingt es, Edmond Dantès dazu zu bewegen, auf Genugtuung zu verzichten. Kurze Zeit später steht Baron Danglars vor rätselhaften Zusammenbrüchen seiner Finanzgeschäfte. Er setzt alles auf das Vermögen seines Schwiegersohns Andrea Cavalcanti, als dieser als entflohener Galeerensträfling verhaftet wird. Ruiniert und von Frau und Tochter verlassen, flieht er mit den letzten Geldern, bis ihn Banditen bis auf den letzten Heller ausplündern. Erst als der Hungertod schon gewiß scheint, schenkt Monte-Cristo ihm die Freiheit. Unterdessen scheint auch Valentine von Villefort Opfer eines Giftanschlags geworden zu sein. Doch Maximilian Morrel zuliebe beschließt Monte-Cristo, Valentine von der Rache auszunehmen, ja für ihr Glück zu sorgen. Nachdem der Staatsanwalt seine eigne Frau als Giftmischerin erkennt und sie zum Tod von eigener Hand verurteilt, kommt im Prozess gegen Andrea Cavalcanti zu Tage, dass der ergriffene Sträfling niemand anderes als das von ihm nach der Geburt lebendig vergrabene Kind ist. Auf sein eigenes Urteil wartend, auf die Leichname seiner Frau und seines Sohnes starrend, verliert Herr von Villefort den Verstand. Der Graf von Monte-Cristo zieht unter eine sehr alte Rechnung den letzten Strich.


Bemerkungen:

Mit "Der Graf von Monte Christo" haben mdr, ORF und BR sich der Aufgabe gestellt, aus einem großen Werk ein im Verhältnis doch eher kurzes Hörspiel zu machen. Trotzdem man einen Großteil der Handlung und alle entscheidenden Aspekte unterbringt, kann man der Vorlage nur bedingt gerecht werden. Immerhin schafft man hier aber damit mehr, als die meisten anderen medialen Umsetzungen. Hinzukommt, dass diese Fassung ohne Längen auskommt, die knapp dreistündige Spielzeit vergeht im Nu.

Dafür gibt es eine großartige Besetzung zu hören. Gerade Mathieu Carrière, ein eher seltener Gast im Hörspielstudio, bietet eine glänzende schauspielerische Leistung als Protagonist. Dazu kommt Ernst Jacobis wunderbare Erzählstimme und eine auch ansonsten gelungene Besetzung mit Thomas Holtzmann, Manfred Steffen, Wolfgang Pamepl und vielen anderen. Allein wegen der glänzend dargesetellten Dialoge ist diese Umsetzung schon hörenswert.


Ein wunderbarer Stoff, der hier sehr kurzweilig erzählt wird. Die notwendigen Kürzungen sind vertretbar, sorgen sie doch auch dafür, dass die Handlung sehr dicht ist und hier keine Minute Langeweile aufkommen kann.

Meine Wertung: + + + +


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