| Der heilige Eddy von Jakob Arjouni Bearbeitung und Regie: Judith Lorentz Musik: Martin Eichberg DLR 2010 57 Min. ![]() Eddy: Matthias Matschke Romy: Claudia Eisinger Arkadi: Mex Schlüpfer Brake: Milan Peschel König: Jörg Gudzuhn Drägerlein: Bernd Stempel sowie Carsten Andörfer, Christian Gaul, Marian Funk, Alexander Hauff, Karsten Troyke, Shelly Kupferberg Gitarre und Playbacks: Martin Eichberg Das hat der kleine Gauner Eddy wirklich nicht gewollt. Er lügt und betrügt, er klaut und haut notfalls auch zurück. Aber dass der verhasste Spekulant König bei dem Handgemenge im Hausflur so unglücklich stürzt, war nicht eingeplant. "Ich habe Horst König umgebracht, ich fass' es nicht." Nach dem ersten Schock überdenkt Eddy seine ausweglose Lage und die vielen Fragen, die man ihm stellen wird: "Kriminalpolizei, guten Tag. Sie sind also Eddy Stein, Straßenmusiker, vorbestraft und haben zur Tatzeit das Haus betreten. Erzählen Sie mal ...". Die Leiche muss also weg, bevor die Bodyguards Argwohn schöpfen. Bald spricht ganz Berlin über den Mordfall König und die zweifellos politischen Tatmotive. Jakob Arjouni, 1964 geboren in Frankfurt, veröffentlicht Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele. Sein erster Roman „Happy birthday Türke“ wurde 1991 von Doris Dörrie verfilmt. Für „Ein Mann, ein Mord“ erhielt er 1992 den Deutschen Krimi Preis. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Südfrankreich. Bemerkungen: Der "heilige" Eddy ist ein gewiefter Kleinkrimineller und erfolgloser Musiker, der plötzlich in arge Bedrängnis gerät. Ein prominenter Spekulant und Emporkömmling stirbt durch einen Unfall, an dem Eddy beteiligt ist - nur wird ihm wohl keiner glauben, dass er tatsächlich unschuldig ist. Eddy muss die Leiche verschwinden lassen. Es entwickelt sich ein unterhaltsamer Krimiplot, bei dem der Protatgonist sich von einem Schlamassel zum nächsten hangeln muss, sich aber jeweils mit - zum Teil sehr lustigen - Ideen daraus befreien kann. Das Stück wird sehr locker inszeniert. Es lebt zum einen von der tollen Musik, die hier natürlich auch immer wieder Thema ist - und dem Hörer auch mal Matthias Matschke als Sänger präsentiert. Dazu kommt ein tolles Sprecherensemble, das offensichtlich sehr viel Spaß daran hat, die verschrobenen Charaktere darzustellen. Neben Matthias Matschke glänzen vor allem Mex Schlüpfer als Arkadi und Milan Peschel als Brake. Ein solider Krimiplot mit hohem Unterhaltungswert - wer Krimikommödien mag, der sollte dem heiligen Eddy mal sein Ohr leihen! Meine Wertung: + + + |
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