| Der Jäger |
| |
Autor: |
Konrad Hansen |
| |
Produktion: |
WDR/ORB 1996 |
| |
Regie: |
Otto Düben |
| |
Länge: |
55 Min. |
| |
|
 |
Mitwirkende: |
Schrimpp: Ulrich Pleitgen
Frau Heidorn: Krista Posch
Sperber: Hans-Peter
Hallwachs
Frau Schrimpp: Eva Garg
Frau Kallenbach: Gisela Zülch
Bierce:
Ernst August Schepmann
Keller: Bernt Hahn
Darwirl: Alf Marholm
Elfie:
Ruth Schiffer
Wirt: Gregor Höppner
Personalchef: Hendrik Stickan
|
Inhalt: |
Spurlos verschwindet Schrimpf, biederer Familienvater, in Jogginganzug und
Sandalen beim Zigarettenholen. Und genauso überraschend taucht er nach
anderthalb Jahren wieder auf. Doch erinnern kann er sich an nichts. Verleger
Sperber wittert eine Riesenstory und sichert sich sofort die Rechte für den
mysteriösen Fall. Bettina Heidorn, seine Mitarbeiterin, soll als "persönliche
Rundumbetreuung" Schrimpfs Gedächtnis auf die Sprünge helfen. Noch einmal geht
sie mit ihm den Weg vom Zigarettenautomaten nach Hause ab. An einer Stelle
stutzt er. Und an diesem Punkt steht auch das Haus der alten Kallenbach, die
vorgibt Schrimpf am Abend seines Verschwindens in ihr Haus gelockt zu
haben. |
Bemerkungen: |
Eine richtig interessante und ungewöhnliche
Krimistory hat sich Konrad Hansen da erdacht. Weniger die Tatsache,
dass der Plot sich darum dreht, die Zeit eines Gedächtnisverlustes
zu rekonstruieren - das gab es ja schon öfter, aber die Details,
die dabei zu Tage treten, sind doch im Genre ein wenig untypisch. Das
wird den ein oder anderen Krimipursiten vielleicht etwas stören,
ist aber in jedem Fall eine Abwechslung und führt den gesamten
Fall zumindest nicht ad absurdum.
Ob die Macher der "Edgar Allan Poe"-Serie dieses Hörspiel kannten,
als sie die dortige Titelrolle mit Ulrich Pleitgen besetzt haben,
entzieht sich meiner Kenntnis, es wäre aber durchaus eine
Vermutung wert. Denn so wie er diese Figur hier anlegt, ist das
wirklich erstklassig. Das gesamte Gefühltschaos, in dem sich
Protagonist Schrimpp sich befindet, transportiert Pleitgen perfekt in
der Stimme.
Auch in der übrigen Besetzung gibt es Leistungen, wie man sie
von den jeweiligen Sprechern erwarten darf. Sie sorgen dafür, dass
dieses Hörspiel durch die Dialoge lebendig wirkt.
Wesentlich mehr, gibt es denn auch nicht zu hören, gerade mal eine
ganz spärliche Kulisse versorgt das Hörspiel. Allerdings
braucht diese Geschichte auch nicht wirklich mehr, um glaubhaft
dargestellt zu werden.
Wer Krimis mag und sich von der ein oder andren
Grenzüberschreitung nicht abschrecken lässt, dem sei "Der
Jäger" ans Herz gelegt. Ein spannender, gut konstruierter Krimi,
der für richtig gute Unterhaltung sorgt. |
|