Der Junge und der Zauberer

Unbekannter Verfasser

Hörspiel nach „Gaben der Völker. Eine Sammlung schönster Volksmärchen“, Hrsg. Hellmut Herda, Verlag Neues Leben, Berlin 1952

Regie: Christa Kowalski
Bearbeiter: Jan Flieger
Komponist: Wolfgang Schoor
Rundfunk der DDR 1977
44 Min.


Sacha: Eberhard Prüter
Tana: Monica Bielenstein
Großvater: Gerd Ehlers
Großmutter: Carola Braunbock
Zauberer: Volkmar Kleinert
Bildhauer: Reinhard Michalke
Stimme: Fred Ludwig
Stimme: Alexander Leuschen


Schon als Kind schnitzte er Figuren aus dem Holz, das sein Großvater schlug, aber Holzfäller wie dieser will Sacha nicht werden. Um einen Lehrmeister zu finden, sind die beiden schon eine Woche zusammen unterwegs, sind vom Fluss in die Berge, aus den Wäldern in die Dörfer gezogen. Und nun sind sie sogar in Chipozzo, dieser Stadt der Pferdehändler, Halsabschneider, Wortverdreher und Weinpanscher, in die der Großvater nie wollte. Talent hat der Junge, muss der Bildhauer hier zugeben, aber auch er lehnt ab, ihn bei sich zu behalten. Da steht plötzlich ein Fremder in der Werkstatt, in einem Mantel aus blauem Samt mit silbernen Sternen. Der schlägt ihnen einen merkwürdigen Handel vor: Drei Jahre will er Sacha zu sich in die Lehre nehmen und ihn die seltsamsten Sachen lehren. Erkennt der Großvater ihn danach noch wieder und sein Enkel auch den Großvater, dann und nur dann darf er wieder nach Hause zurück. Sacha schlägt alle Warnungen in den Wind und bettelt so lange, bis der Großvater schließlich schweren Herzens einwilligt. Und wer weiß, vielleicht hätte er Sacha nie wieder gesehen, gäbe es da nicht Tana, die Tochter des geheimnisvollen Fremden ...


Bemerkungen:

Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist ein Märchen, das zwar typische Elemente besitzt, sich aber doch auch deutlich von den üblichen Standards abhebt. Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, dass hier nicht nur ein gerade Plot mit moralisch untermauerter Prämisse dargestellt wird, sondern dieser - trotz kurzer Spielzeit - mehrere Etappen besitzt und auch nach der ersten Befreiung des Enkels durch den Großvater, noch weitergeführt wird.

Die Darstellung ist typisch für eine Produktion des Rundfunks der DDR, die stilistisch kaum eine Wandlung durchgemacht haben. Die Inszenierung ist auch hier etwas steif und hätte durchaus ein wenig lebendiger wirken dürfen.

Das Hauptaugenmerk gilt hier den Schauspielern, auch wenn man dann hier auch mit einigen Musikstücken die Geschichte sehr nett untermalt. Die Hauptrolle übernimmt der junge Eberhard Prüter, der den Sacha in seinen Entwicklungen gut darstellt. Auch Monica Bielenstein bringt rollengemäß eine bezaubernde Performance mit ein.


Ein sehr hörenswertes Märchen, das interessante und originelle Elemente enthält und so auch an der nächst höheren Wertung kratzt. Leider ist die Inszenierung - trotz guter schauspielerischer Leistungen - etwas zu dezent, um letztendlich zu überzeugen.



Meine Wertung: + + +

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