| Der Knochen Von David Zane Mairowitz Regie: David Z. Mairowitz ![]() rbb 2010 55 Min. Fiston: Matthias Matschke ![]() Le Vieux: Ueli Jaeggi Belvedera: Angela Winkler ![]() Gruselgräfin: Leslie Malton Deadline: Aloysius Itoka Standstill: Graham F. Valentine Bilder: rbb/Hanna Lippmann Eigentlich geht es Fiston nur um den Knochen. Nicht um irgendeinen Knochen natürlich, sondern um den Knochen aus „2001: Odyssee im Weltraum“, den Kubrick in einem der unvergesslichsten Schnitte der Filmgeschichte in einen Satelliten verwandelte. Besagter Knochen, so erfährt Fiston durch Zufall, soll einmal im Besitz seines Vaters Mairowitz gewesen sein. Mit dem aber hat er sich seit Jahren überworfen. So begibt sich Fiston selbst auf die Suche nach dem legendären Requisit. Was mit der Befragung einiger Zeitzeugen beginnt, wird schnell eine abenteuerliche Zeitreise in die Swinging Sixties, in das London des Flower Power, in dem die Männer lange Haare und die Mädchen kurze Röcke trugen und alle irgendwie auf psychedelischen Drogen waren. Fiston macht dabei eine Entdeckung, die er am wenigsten erwartet hätte. David Z. Mairowitz, 1943 in New York geboren, lebt seit 1966 in Europa als freier Schriftsteller, heute in Avignon und Berlin. Er arbeitet als freier Publizist und Autor, schreibt Kurzgeschichten, Bühnenstücke und verfasste zahlreiche Hörspiele. Er erhielt viele Preise, u. a. 1996 „Prix Ostankino" in Moskau für „Planet aus Asche“, 1997 „Prix Italia“ für „Der wollüstige Tango“, 2005 Prix Europa für „Im Krokodilsumpf“. Bemerkungen: Mairowitz schildert hier die Suche nach einem Artefakt der Filmgeschichte, die zu einer Suche nach der eigenen Vergangenheit wird. In diesem Fall der von Fiston, dem Sohn Mairotwitz' der sich von Zeitzeugen zu Zeitzeugen hangelt und so den irrwitzigen Kosmos der Roaring Sixties entdeckt. Entsprechend lebt die Geschichte viel vom Sound, der hauptsächlich mit einem gelungenen musikalischen Querschnitt durch die Musik der Epoche gebildet wird. Mairowitz erzählt die Geschichte in einer gedanklichen - beide reden nicht mehr miteinander - Diskussion zwischen Vater und Sohn. Das ist zunächst etwas befremdlich, funktioniert letztlich aber sehr gut und macht das Stück zusätzlich originell. Es fängt merkwürdig an, geht aber - dank einer tollen musikalischen Untermalung - bald ins Ohr - Eine sehr originelle und hörenswerte Zeitreise! Meine Wertung: + + + |
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